Jeder fünfte Gastrobetrieb hat schon aufgegeben

05. März 2021 13:01

Zürich - Im Gastgewerbe haben bereits fast 20 Prozent aller Betriebe coronabedingt für immer schliessen müssen. Noch einmal so viele stehen kurz davor. Gleichzeitig ist beinahe die Hälfte aller Härtefälle seit Wochen ohne Antwort auf ihr Hilfegesuch. Das zeigt eine Mitgliederbefragung von GastroSuisse.

„Die Situation im Gastgewerbe ist dramatisch.“ Das ist das Fazit von Casimir Platzer, Präsident des Verbands GastroSuisse, angesichts der soeben abgeschlossenen und veröffentlichten Mitgliederbefragung. Demnach hat bereits jeder fünfte Restaurationsbetrieb infolge der Corona-Krise aufgeben müssen. „Und jeder vierte Betrieb kämpft weiterhin ums nackte Überleben“, wird Platzer in einer Medienmitteilung weiter zitiert.

Würden sie nicht umgehend finanziell entschädigt, müssten auch sie für immer schliessen. Das zeige die Umfrage. „Das bedeutet, dass dann vier von zehn Restaurants dem Corona-Virus zum Opfer fallen.“ Wie viele es am Ende tatsächlich sind, hänge davon ab, wie schnell und in welcher Höhe die A-fonds-perdu-Beiträge bezahlt werden.

Insgesamt 70 Prozent der 3556 befragten Betriebe hätten ein Härtefallgesuch eingereicht. 20 Prozent werden dies den Angaben zufolge noch tun. Tragisch sei, dass erst die Hälfte der Gesuche bewilligt sei. Das ist laut Platzer „untragbar".

Doch auch, wenn gezahlt wurde, deckten die Beiträge bei der Mehrheit nicht einmal 10 Prozent des Umsatzausfalls. Dabei dürften Bund und Kantone bis zu 20 Prozent des Vorjahresumsatzes auszahlen.

Deshalb fordert GastroSuisse „nun erst recht“, dass die Aussen- und Innenbereiche der Restaurants wieder geöffnet werden. Dass der Nationalrat am Donnerstag verlangt hat, die Gastronomie per 22. März wieder zu öffnen, sei erfreulich. „Es ist bitter nötig, dass der Ständerat nachzieht und den Bundesrat zum Handeln auffordert“, meint Platzer. Zudem fordere GastroSuisse „vehement“ Nachbesserungen bei der Härtefall-Entschädigung. mm

Aktuelles im Firmenwiki