Institut entwickelt doppelten Antikörper gegen COVID-19

26. Januar 2021 12:01

Bellinzona - Forschende des Instituts für Forschung in der Biomedizin haben zwei Antikörper gegen COVID-19 zu einem verschmolzen. Dieser doppelte Antikörper schützt nicht nur zuverlässig vor dem Coronavirus und allen bekannten Varianten. Er verhindert auch, dass es mutiert.

Das an die Universität der italienischen Schweiz (USI) angegliederte Tessiner Institut für Forschung in der Biomedizin (IRB) hat zwei natürliche Antikörper gegen COVID-19 zu einem künstlichen Molekül vereint. Dieser sogenannte bispezifische Antikörper greift das Virus gleichzeitig an zwei voneinander unabhängigen Stellen an, die für die Infektiosität entscheidend sind. 

Wie aus einer Medienmitteilung der USI hervorgeht, konnte in präklinischen Versuchen gezeigt werden, dass dieser bispezifische Antikörper SARS-CoV-2 und seine Varianten, einschliesslich der jüngst in der Schweiz und in Europa zirkulierenden Mutationen, wirksam neutralisiert. „Eine einzige Injektion des bispezifischen Antikörpers bietet in präklinischen Studien sofortigen Schutz gegen die Krankheit“, so Daniel Ruzek von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, der die präklinischen Antikörpertests leitete. Anders als die einzelnen Antikörper der ersten Generation verhindert der doppelte Antikörper zudem, dass das Virus seine Struktur verändert, um der Therapie zu entgehen.

„Mit diesen Ergebnissen festigen das IRB und das Tessin ihre weltweit führende Position bei der Entdeckung und Entwicklung von Antikörpern, insbesondere gegen neue und vernachlässigte Infektionskrankheiten“, wird IRB-Direktor und Studienmitautor Davide Robbiani in der Mitteilung zitiert. „Trotz unserer im Vergleich zu Big Pharma begrenzten Ressourcen haben wir unser Ziel in nur wenigen Monaten erreicht.“

Der bispezifische Antikörper wurde im Rahmen des Forschungskonsortiums ATAC entwickelt. Es wird von der Europäischen Kommission gefördert. Die Zusammenarbeit mit der Rockefeller University und der Tschechischen Akademie der Wissenschaften waren laut USI für den Nachweis der bispezifischen Wirksamkeit entscheidend. mm

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