Immer mehr Menschen im Tiefland brauchen Gebirgswasser

07. Juli 2020 14:11

Zürich - Ein Team der Universität Zürich (UZH) hat in einer weltweiten Studie zum ersten Mal zeigen können, wie viel Wasser aus den Bergen ins Tiefland fliesst und wie viel davon benötigt wird. Das Ergebnis: Immer mehr Menschen hängen substanziell von Wasser aus den Bergen ab.

In 30 Jahren wird ein Viertel der Tieflandbevölkerung vom Wasser der Gebirgsregionen abhängig sein. In einer Studie unter Leitung der Universität Zürich hat ein Team diese Abhängigkeit erstmals quantifiziert. Sie stellte das Angebot und den Verbrauch von Wasser in den Tiefländern den Zuflüssen aus den Bergen gegenüber. Basierend auf einem hochauflösenden globalen Modell liefert diese Studie rund um den Globus detaillierte Einblicke in die jeweiligen regionalen Unterschiede und Besonderheiten.

Die Abhängigkeit von diesem Wasserzufluss sei seit den 60er-Jahren massiv gestiegen, trotz effizienterer Wassernutzung und sinkendem Pro-Kopf-Verbrauch, heisst es in einer Medienmitteilung. Damals lag der Anteil der Tieflandbevölkerung, die substanziell vom Bergwasser abhängt, bei 7 Prozent. Bis Mitte des Jahrhunderts werden es 24 Prozent sein. Vor allem seien auch viele Regionen mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen sehr abhängig vom Wasser aus den Bergen.

„Damit die Gebirge auch weiterhin als Wassertürme der Erde dienen können, braucht es eine nachhaltige Entwicklung“, betont der Erstautor dieser Studie, Daniel Viviroli, vom Geographischen Institut der UZH. „Es sollte ein zentrales Interesse der Tieflandbewohner sein, diese Funktion der Gebirge zu sichern.“ So müssten etwa landwirtschaftliche Übernutzung verhindert und funktionierende Ökosysteme garantiert werden.

Auch der Klimaschutz spiele eine entscheidende Rolle. Denn wegen der steigenden Temperaturen schmelze der Schnee Wochen früher und stehe der Landwirtschaft somit nicht im Sommer zur Verfügung. Daher seien Anpassungen des Wassermanagements nötig. Für die Zukunft werde es entscheidend sein, dass Tiefland- und Bergregionen trotz aller Unterschiede eng zusammenarbeiten. mm

Aktuelles im Firmenwiki