Hildebrand will mit OECD gerechtes Wachstum ermöglichen

04. Januar 2021 13:29

Zürich - Philipp Hildebrand bewirbt sich für das Amt des Generalsekretärs der OECD. Der Vizepräsident von Blackrock und ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank will mit der OECD gegen Ungleichheit und Klimawandel angehen.

Der Bundesrat hat Philipp Hildebrand für das Amt des Generalsekretärs der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) vorgeschlagen. Der Vizepräsident von Blackrock und ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank ist einer von insgesamt zehn Kandidaten für den Chefposten der OECD. Im Fall seiner Wahl wolle er „Ungleichheit und Klimawandel bekämpfen“, erklärt der Schweizer Kandidat im Interview mit dem „Tages-Anzeiger“.

Nach der Bewältigung der Finanzkrise werde es in Zukunft darauf ankommen, „die stark angestiegene Ungleichheit in Wirtschaft und Gesellschaft“ und den Klimawandel zu korrigieren, erläutert Hildebrand im Interview weiter. Hier könne die OECD eine wichtige Rolle spielen, meint der Spitzenmanager. Die Organisation solle „mit ihrem Wissen  Regierungen beraten, wie sie ein gerechteres und klimafreundlicheres Wachstum erreichen können“.

Als Generalsekretär der OECD würde Hildebrand drei Arbeitsschwerpunkte setzten, wird im Interview weiter ausgeführt. Zum einen könne die OECD helfen, das Wirtschaftsmodell so anzupassen, dass die in den vergangenen Jahren gestiegene Ungleichheit bei der Verteilung von Einkommen und Vermögen korrigiert wird. Zum anderen soll der Klimawandel gebremst werden. Dazu will Hildebrand die für die Bewältigung der aktuellen Krise aufgewendeten Mittel in wachstumsfördernde und klimafreundliche Investitionen gelenkt sehen.

Als dritten Schwerpunkt gibt Hildebrand im Interview eine Neuausrichtung bei den Steuermodellen an. Dabei fordert der Spitzenmanager „weltweite Lösungen“ bei den digitalen Steuern ein. Zudem spricht sich Hildebrand für eine Mindestbesteuerung für internationale Konzerne aus. Wenn diese nicht zu hoch angesetzt werde, sei damit auch keine Gefahr für den Steuerwettbewerb verbunden, erläutert der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Politologe. hs

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