Heimische Holzrinden sollen erdölbasierte Stoffe ersetzen

29. April 2021 14:24

Biel BE - An der Berner Fachhochschule werden Verfahren zur Extraktion von Inhaltsstoffen aus Biomasse entwickelt. Sie sollen erdölbasierte Stoffe ersetzen. In einer Pilotanlage wird nun die industrielle Umsetzung vorbereitet.

Bereits seit einigen Jahren werden am Institut für Werkstoffe und Holztechnologie der Berner Fachhochschule (BFH) Verfahren entwickelt, mit denen Rinden und anderer Biomasse Inhaltsstoffe entzogen werden können, informiert die BFH in einer Mitteilung. Sie sollen dazu dienen, erdölbasierte Stoffe zu ersetzen. Als Anwendungsbeispiele werden in der Mitteilung Tannin für Tierfutter, Harz mit hohem Brandwiderstand oder Klebstoffe im Holzwerkstoffbereich genant.

Zur Überprüfung der Tauglichkeit der Verfahren für eine industrielle Verwertung müssen Extrakte im Kilogramm-Massstab entzogen werden. Dazu hat die BFH am Departement Architektur, Holz und Bau in Biel eine Pilotextraktionsanlage eingerichtet. Hier sollen die Verfahren in Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartner Schilliger Holz AG auf die industrielle Umsetzung vorbereitet werden. Die Einrichtung der Pilotanlage wurde zudem vom Bundesamt für Umwelt im Rahmen des Aktionsplans Holz unterstützt.

„Mit der Pilotextraktionsanlage ist in Biel eine national und international einzigartige Anlageninfrastruktur entstanden, zur Verarbeitung von Biomasse zu stofflich nutzbaren Produkten“, schreibt die BFH in der Mitteilung. Sie weist dort zudem auf die Zusammenarbeit der Pilotanlage mit dem analytischen Labor des Instituts für Werkstoffe und Holztechnologie der Fachhochschule hin. Hier werden die extrahierten Inhaltsstoffe der untersuchten Biomasse beispielsweise auf chemische Zusammensetzung, Anwendungseigenschaften und Lagerverhalten analysiert. hs

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