Gletscher am Grand Combin ist für Klimaforschung verloren

26. Januar 2024 14:07

Villigen AG - Der Corbassière-Gletscher am Grand Combin taugt unerwartet nicht mehr als Archiv für Klima­daten. Wie ein Team unter Beteiligung des Paul Scherrer Instituts nun bestätigt, geben auch am höchsten Punkt gebohrte Eiskerne wegen der Gletscherschmelze keine verlässlichen Informationen mehr her.

Aus dem Corbassière-Gletscher am Grand Combin im Wallis lassen sich keine verlässlichen Informationen mehr über das vergangene Klima und die Luftverschmutzung gewinnen. Denn die alpine Gletscherschmelze ist zum Erstaunen einer Forschungsgruppe des Paul Scherrer Instituts (PSI), der Universität Freiburg, der Universität Ca' Foscari in Venedig und des Instituts für Polarwissenschaften des italienischen Nationalen Forschungsrats schon viel weiter fortgeschritten als befürchtet. Schmelzwasser ist in den Gletscher eingedrungen und die Spurenstoffe aus der Luft wie Ammonium, Nitrat und Sulfat sind mit ihm abgeflossen.

Das hat die Gruppe beim Vergleich von Bohrkernen von 2018 und 2020 festgestellt: Der Bohrkern von 2018 aus 14 Metern Tiefe zeigte die erwarteten jahreszeitlichen Schwankungen. Doch jener von 2020 aus 18 Metern Tiefe ist nicht mehr brauchbar. Daraus schliesst das Team, dass die Gletscherschmelze zwischen diesen beiden Jahren so stark gewesen sein muss, dass besonders viel und häufig Wasser eingesickert ist und dieses wichtige Archiv für Klimadaten zerstört hat.

„Dass die Gletscherzungen zurückgehen, war schon lange klar“, wird die Leiterin das PSI-Labors für Umweltchemie, Margit Schwikowski, zitiert. „Aber dass auch die Nährgebiete hochalpiner Gletscher so stark betroffen sind – also ihr höchstgelegener Teil, wo der Eisnachschub gebildet wird –, hätten wir nicht gedacht.“

Im Rahmen des Ice Memory-Projekts sollen weltweit Bohrkernproben von 20 Gletschern genommen und bei konstanten minus 50 Grad in einer Eishöhle in der zentralen Antarktis gelagert werden. So sollen sie auch für die künftige Forschung erhalten bleiben. Doch, so Schwikowski, „beim Grand Combin sind wir bereits zu spät“. ce/mm

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