Gewerbeverband verliert Doppelvertretung

21. Oktober 2019 10:51

Bern - Der Schweizerische Gewerbeverband hat mit der Abwahl von Hans-Ulrich Bigler und Jean-François Rime die Doppelvertretung im Nationalrat verloren. Swico-Direktorin Judith Bellaiche dagegen hat den Sprung nach Bern geschafft, ZHK-Direktorin Regine Sauter die Wiederwahl.

Der Ausgang der Wahlen am Sonntag wird auch Folgen für die Vertretung der Wirtschaft im nationalen Parlament haben. So war der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) bis anhin gleich mit einer Doppelspitze in Bern vertreten. Präsident Jean-François Rime sass für die Freiburger SVP im Nationalrat und hat seinen Sitz nun an den Grünen Gerhard Andrey verloren. Direktor Hans-Ulrich Bigler, der für die Zürcher FDP im Nationalrat sass, hat seinen Sitz an den innerparteilichen Konkurrenten Andri Silberschmidt abgegeben, den Präsidenten der Jungfreisinnigen.

Rime scheidet mit seiner Abwahl aus der Politik aus. „Das ist das Ende meiner politischen Karriere“, sagte der 69-Jährige gegenüber der Westschweizer Zeitung „Le Temps“. Er wolle sich nun auf seine Unternehmen konzentrieren. Eine Wiederwahl als SGV-Präsident, wie sie Rime laut einem Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ trotz Amtszeitbeschränkung für das nächste Jahr angestrebt hat, ist damit vom Tisch. 

Bigler kann anders als 2015 auch nicht damit rechnen, bald in den Nationalrat nachzurücken. FDP-Ständeratskandidat Ruedi Noser stand diesmal nicht auf der Nationalratsliste seiner Partei. Zudem hat Bigler nur das siebtbeste Ergebnis der FDP Zürich erzielt; die Partei gewann fünf Sitze. Vor ihm platzierte sich der Unternehmer Martin Farner aus dem Weinland.

Dagegen hat die neue Swico-Direktorin Judith Bellaiche den Sprung nach Bern geschafft. Die Chefin des Interessenverbandes der ICT- und Internetbranche sitzt neu für die Zürcher Grünliberalen im Nationalrat. Swico-Präsident Andreas Knöpfli begrüsst die Wahl. „Mit Judith Bellaiche hat die ICT Branche eine hochengagierte Politikerin in Bern gewonnen“, wird er in einer Mitteilung des Verbandes zitiert. „Wir brauchen auf dem politischen Parkett mehr ICT-Knowhow und auch mehr Verständnis für die Möglichkeiten und Herausforderungen, welche die Digitalisierung mit sich bringt.“

Wiedergewählt wurden unter anderem Regine Sauter und Marcel Dobler. Die Direktorin der Zürcher Handelskammer sitzt seit 2015 für die Zürcher FDP im Nationalrat, der Präsident von ICTswitzerland ebenfalls seit 2015 für die St.Galler FDP. Auch ICTswitzerland-Vizepräsident Franz Grüter, ebenfalls seit 2015 für die Luzerner SVP im Nationalrat, kehrt nach Bern zurück. Dobler und Grüter bewerben sich für ihre Parteien auch um einen Sitz im Ständerat.

Die Bauernverbände sind laut einer Mitteilung des Schweizer Bauernverbandes (SBV) mit 26 National- und bisher drei Ständeräten ähnlich stark wie in der vorangehenden Legislatur vertreten. Zu ihnen zählt mit dem Freiburger FDP-Nationalrat Jacques Bourgois auch der Direktor des SBV. stk

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