Gasbranche begrüsst Teilmarktöffnung

11. Februar 2020 15:09

Zürich - Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie begrüsst das neue Gasversorgungsgesetz. Die geplante Teilmarktöffnung erhält Zustimmung, es wird aber eine höhere Zugangsschwelle gefordert.

Bisher sei nur rudimentär geregelt, „wer unter welchen Bedingungen das Gasnetz nutzen kann“, schreibt der Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) in einer Medienmitteilung. Daher begrüsst er das neue Gasversorgungsgesetz (GasVG). Der Grossteil der Branche sei von den Argumenten des Bundesrates für eine Teilmarktöffnung überzeugt worden. Städte und Gemeinden könnten über die ihnen gehörenden Gasversorgungsunternehmen somit die Ökologisierung vorantreiben.

Kritik äussert der Verband hingegen an der vorgeschlagenen Zugangsschwele. Demnach können Kunden ihren Versorger ab 100 Megawattstunden Jahresverbrauch frei wählen. „Die Einflussmöglichkeit auf die ökologische Qualität eines hohen Anteils des genutzten Gases würde dadurch für Städte und Gemeinden sehr klein“, wird dazu VSG-Direktorin Daniela Decurtins in der Mitteilung zitiert. Die für die Ermittlung des Schwellenwertes herangezogene Analogie zum Strom sei falsch, „Strom- und Gasmarkt unterscheiden sich bezüglich Verbrauch, namentlich im Gebäudebereich, substanziell“, so der VSG. Der Verband schlägt stattdessen einen Wert von 1 Gigawattstunde pro Jahr vor. Dadurch würden viel geringere Kosten anfallen, „weil der Aufwand für die Abwicklung, die Wechselprozesse und die dafür notwendigen technischen Einrichtungen eingespart werden können“. Daher müsse im vorliegenden Gesetzesentwurf noch „nachgebessert“ werden. jh

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