Führende Strukturbiologen diskutieren in Zürich

16. August 2019 10:01

Zürich - Ein Symposium an der Universität Zürich bringt die weltweit führenden Strukturbiologen zusammen. In ihrem Wissenschaftsfeld werden praktisch alle medizinischen Wirkstoffe gefunden. Dank enormer Fortschritte in den vergangenen Jahren steht es vor einer Revolution.

Die Stars unter den Strukturbiologen treffen sich in der kommenden Woche an der Universität Zürich (UZH). Laut einer Medienmitteilung diskutieren sie am Symposium „Trends in Structural Biology“ vom 19. bis 21. August die neuesten grossen Fortschritte. Gelingt es ihnen, diese Forschungsergebnisse zusammenzuführen, könnte die Entwicklung von Medikamenten einen Quantensprung machen. 

Wie präzise Wirkstoffe arbeiten, lässt sich nur verstehen, wenn man erkennt, wie Wirkstoff und Zielprotein zusammenpassen. Dafür nutzen die Strukturbiologen bisher vor allem zwei Verfahren. Als genaueste der Methoden gilt die Proteinkristallografie. Um die exakte Struktur eines Proteins zu identifizieren, muss es in kristalline Form gebracht werden. Wird es dann in gebündeltem Röntgenlicht bestrahlt, lässt sich die Struktur durch die Streuung des Strahls zurückrechnen. Doch häufig dauert es Jahre, bis es glückt, Kristalle eines bestimmten Proteins herzustellen. Hier gibt es durch Entwicklungen im Protein-Engineering einen entscheidenden Fortschritt bei den schwierig zu handhabenden Membranproteinen. „Das hat einen wahnsinnigen Schub ausgelöst“, wird der Organisator des Symposiums, UZH-Biochemieprofessor Andreas Plückthun, zitiert.

Auch die Cryo-Elektronenmikroskopie (Cryo-EM) könnte die Entwicklung neuer Wirkstoffe vorantreiben. Ihr Vorteil: Man benötigt keine Kristalle, sondern einfach stabiles Protein in einer Lösung. Doch diese Methode lieferte lang nur grobe Informationen über die Proteinstruktur. Nach Einschätzung von Plückthun sei es jedoch „gut möglich, dass wir vor einer Revolution stehen“.

Dafür wird es nötig sein, ausser den statischen Zuständen eines Proteins auch deren Dynamik zu verstehen. Denn dann liesse sich erkennen, wie sich Protein und Wirkstoff zueinander bewegen. „Das Feld lebt davon, dass die Methoden zusammenkommen“, so Plückthun. mm

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