Forscher wollen Energie in Druckluft speichern

05. Februar 2020 14:41

Zürich - Druckluft kann Energie fast so effizient speichern wie Pumpspeicherwerke. Das zeigen Studien im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms Energie. Die Forscher sehen die hohen Baukosten als derzeit grösste Hürde für diese Speicherform an.

Erneuerbare Energiequellen liefern Strom nicht immer dann, wenn er benötigt wird. Daher braucht es Speicher. Im Rahmen des Forschungsprogramms Energie haben sich Forscher unter anderem mit der Speicherung von Strom in Form der adiabatischen, also ohne Wärmeaustausch funktionierenden Druckluftspeicherung beschäftigt. 

Sie kommen laut ihrem Synthesebericht zum Schluss, dass Druckluftspeicher eine Effizienz von 65 bis 75 Prozent aufweisen und damit fast so effizient wie Pumpspeicherwerke sind. Sie können während 60 Jahren genutzt werden, bei Pumpspeicherwerken sind es 100 Jahre. Sie können komplett unterirdisch gebaut werden und belasten damit nicht die Landschaft. Technisch sind solche Anlagen machbar. Die dazu nötigen Komponenten sind vorhanden und bereits erprobt.

Druckluftspeicher benötigen allerdings hohe Anfangsinvestitionen. Die für sie nötigen Hohlräume müssten eigens ausgehoben werden und in geeignetem Gestein rund 1000 Meter unter der Oberfläche liegen. Die Forscher rechnen für eine Anlage mit einer Kapazität von 100 Megawatt mit einem Kapitalkostenbedarf von rund 110 Millionen Franken. Gut die Hälfte davon würde für die Bauarbeiten benötigt, rund ein Drittel für die Turbinen.

Noch unklar ist daher die Wirtschaftlichkeit solcher Speicher. Sie hängt unter anderem davon ab, ob solche Speicher im Markt für Regelleistungen eingesetzt werden können. Allerdings sind unter den heutigen Rahmenbedingungen auch andere Speicher nicht wirtschaftlich. Die hohen Kosten erschweren auch die Finanzierung einer Demonstrationsanlage.

An den Forschungen haben sich Wissenschaftler der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich und Lausanne, der Tessiner Fachhochschule SUPSI, des Paul Scherrer Instituts sowie von Energie- und Ingenieurunternehmen beteiligt. Im Nationalen Forschungsprogramm Energie werden die Nationalen Forschungsprogramme Energiewende (NFP70) und Steuerung des Energieverbrauchs (NFP71) zusammengeführt. stk

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