Forscher finden Klimasignale im Wetter

03. Januar 2020 09:47

Zürich - Der Klimawandel lässt sich nun auch im Wetter ablesen. Das haben Forschende der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen jetzt nachgewiesen. Sie haben dafür das Wetter auf globaler Ebene beobachtet.

Wetter ist nicht gleich Klima. Doch dank Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist der Klimawandel inzwischen im täglichen Wetter nachweisbar. Voraussetzung ist, dass man die lokale Beobachtungsebene verlässt. Denn die Variabilität des lokalen Wetters verschleiert langfristige globale Klimatrends. 

Hingegen liefert die Beobachtung globaler Tagesmittelwerte belastbare Erkenntnisse. Das hat eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um ETH-Professor Reto Knutti herausgefunden. Das Klimasignal, also der langfristige Trend zur Erwärmung, lässt sich laut einer Mitteilung der ETH tatsächlich aus jedem einzelnen Tag herauslesen. „Um im täglichen Wettergeschehen das Signal für den Klimawandel zu entdecken, ist eine globale Betrachtungsweise nötig, nicht eine regionale“, erklärt Sebastian Sippel, Postdoktorand bei Reto Knutti. Er ist der Erstautor dieser ETH-Studie, die nun in „Nature Climate Change“ erschienen ist.

Die Studie resultiert aus einer Zusammenarbeit der ETH-Klimaforscher mit dem Swiss Data Science Center (SDSC). Es wird von der ETH Zürich gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) betrieben.

Laut der Mitteilung erlauben die Methoden der Datenwissenschaft nicht nur, die Stärke des menschlichen Einflusses auf das Klima nachzuweisen. Sie zeigen auch, an welchen Orten auf dem Globus der Klimawandel besonders klar und früh erkennbar ist. „Damit sollte man in Zukunft auch in anderen komplizierteren Messgrössen wie Niederschlag menschgemachte Muster und Trends erkennen können, die mit traditioneller Statistik schwer nachweisbar sind“, so Professor Knutti. mm

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