Forschende nutzen Holografie für Operation

14. Dezember 2020 10:04

Zürich - Als Weltpremiere führte ein Team der Universitätsklinik Balgrist die erste direkt auf den Patienten projizierte holografisch navigierte Wirbelsäulen-Operation durch. Sie ist die Krönung eines Projekts der Hochschulmedizin Zürich. Die ETH und das Start-up Incremed sind daran massgeblich beteiligt.

Ein Operationsteam der Zürcher Universitätsklinik Balgrist hat erstmals Erweiterte oder Angereicherte Realität (AR) im Operationssaal zur Anwendung gebracht. Anfang Dezember fand die erste direkt auf einen Patienten projizierte holografisch navigierte Wirbelsäulen-Operation statt. „Damit betreten wir eine neue Ära der Chirurgie“, so der Operateur und Medizinische Direktor der Universitätsklinik Balgrist, Mazda Farshad in einer Mitteilung der Eidgenössischen Technische Hochschule (ETH). Der erfolgreich verlaufene Eingriff wird dort als „ein wichtiger Meilenstein in der Medizin" bezeichnet.

Dabei werden auf Basis von Computertomografie (CT)-Bildern 3D-Darstellungen der betroffenen Anatomie generiert und während der Operation direkt auf das Operationsfeld projiziert. Die Operateure sehen diese 3D-Anatomie mithilfe einer AR-Brille (Hololens 2). „Die Hololens erweitert die Sinne eines Chirurgen und verbessert seine Wahrnehmungsfähigkeit“, so Wirbelsäulenspezialist Farshad.

Die Operation bildete den Start einer randomisiert kontrollierten klinischen Studie, die den Nutzen dieser chirurgischen Innovation prüfen wird. „Sie ist die Krönung des Flagship-Projekts SURGENT der Züricher Hochschulmedizin“, heisst es in der Mitteilung weiter. Geleitet wird es von Mazda Farshad und dem ETH-Professor für Produktentwicklung, Mirko Meboldt. „Die Zusammenarbeit zwischen visionären medizinischen Fachpersonen wie Mazda Farshad und Forschern der Universität und der ETH Zürich ist für alle Beteiligten ein Glücksfall und bildet die Grundlage für diesen Erfolg“, sagt Meboldt.

Die Orthopädie sei besonders geeignet für die Anwendung der Erweiterten Realität, weil Knochen mit vorher erstellen CT-Aufnahmen einfacher abzugleichen seien, wird der Leiter ROCS (Research in Orthopedic Computer Science, Uniklinik Balgrist), Philipp Fürnstahl, in einer Medienmitteilung der Universitätsklinik Balgrist zitiert. Fürnstahl hat mit seinem Team die Software mitkonzipiert. Beteiligt war laut dieser Mitteilung auch das interdisziplinäre Team von über 20 Fachleuten der Zürcher Balgrist-Ausgründung Incremed. Das 2018 von Mazda Farshad mitgegründete Start-up nutze Augmented Reality und maschinelles Lernen, „um medizinische Diagnose und Interventionen der Orthopädie zu revolutionieren". mm 

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