Forschende können Corona-Wachstum hemmen

14. Mai 2021 14:11

Zürich - Einem internationalen Team unter der Leitung der ETH ist es gelungen, molekülgenaue Einblicke in den Vermehrungsmechanismus des Coronavirus zu gewinnen und diesen zu hemmen. Die Ergebnisse könnten dabei helfen, Medikamente gegen das SARS-Cov-2-Virus zu entwickeln.

Einem Team von Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sowie der Universitäten Bern, Lausanne und Cork in Irland ist es erstmals gelungen, die Wechselwirkung zwischen dem SARS-​Cov-2-Virus und der von ihm befallenen Zelle während eines für das Coronavirus überlebenswichtigen Prozesses zu enthüllen. Ihre Resultate veröffentlichten sie jetzt in der Fachzeitschrift „Science“, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

Neben dem Prozess selbst konnten die Molekularbiologen in Experimenten zeigen, wie sich bestimmte chemische Verbindungen auf den Vervielfältigungsmechanismus des Coronavirus auswirken. So verringerten zwei Substanzen das virale Wachstum von SARS-​Cov-2 um das Tausend-​ bis Zehntausendfache, heisst es weiter in der Medienmitteilung.

Obwohl die Stoffe nicht wirksam genug seien, um sie als Medikamente zu verwenden, habe die Studie bewiesen, dass die Hemmung des speziellen Mechanismus, den das Coronavirus zu seiner eigenen Vervielfältigung in seiner Wirtszelle anstösst, einen tiefgreifenden Effekt auf das Virenwachstum hat. Dies ebne den Weg für die Entwicklung besserer chemischer Verbindungen.

Da alle Coronaviren auf diesen besonderen Prozess namens Frameshifting angewiesen sind, könnte ein Medikament gegen das SARS-​Cov-2-Virus auch für Infektionen durch verwandte Coronaviren nützlich sein. „Die hier vorgestellten Resultate über das SARS-​Cov-2-Virus werden uns auch helfen, die Frameshifting-​Mechanismen anderer RNA-​Viren besser zu verstehen“, wird Nenad Ban, Professor für Molekularbiologie der ETH Zürich und Co-​Autor der Studie, in der Medienmitteilung zitiert. ko

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