Forschende fordern Klimaschutz durch nachhaltiges Bauen

16. September 2019 11:22

Graz - Die Teilnehmer einer Konferenz zum nachhaltigen Bauen im deutschsprachigen Raum fordern konkrete Ziel- und Planungswerte zur Begrenzung klimaschädlicher Emissionen. In der Grazer Deklaration für Klimaschutz im Baubereich sagen sie Wirtschaft und Politik ihre Mitwirkung zu.

Forschende fordern von der Politik die verbindliche Einführung konkreter Ziel- und Planungswerte zur Begrenzung von Emissionen. Mit ihrer „Grazer Deklaration für Klimaschutz im Baubereich“ zum Abschluss der Konferenz für nachhaltiges Bauen („Sustainable Built Environment D-A-CH Conference 2019“, SBE19) in Graz reagieren die rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer damit auf die hohe Umweltbelastung durch den Bausektor: Gebäude seien für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 35 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Werte erhöhten sich noch durch die Herstellung benötigter Baustoffe. Die Veranstaltung wurde von der Universität für Bodenkultur in Wien, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) organisiert.

In einer Medienmitteilung des KIT weist Professor Thomas Lützkendorf, Leiter des Lehrstuhls Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus am KIT, auf den langen Lebenszyklus von Gebäuden hin. Sie „tragen entscheidend zu unserer Lebensqualität bei, sie belasten andererseits die Umwelt zum Beispiel durch ihren Ressourcenverbrauch. Gebäude haben zudem nicht nur eine lange Nutzungsdauer, sie weisen auch lange Zyklen für Instandhaltung und Modernisierung auf.“

Daher fordert die Grazer Deklaration entschlossenes Handeln zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Insbesondere müsse die Politik technologieoffene Anforderungen für den Umweltschutz formulieren. Zielführend sei auch eine angemessene infrastrukturelle und personelle Ausstattung der Bauforschung. Zudem wird diese Deklaration durch Handlungsempfehlungen an die Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie einer Selbstverpflichtung der Tagungsteilnehmer ergänzt. 

Einig waren sich alle Vortragenden aus Industrie und Wissenschaft, dass das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele Voraussetzung für die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und Basis für die weitere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung sei. Das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Abkommens müsse auch in den Arbeitsbereich der am Bau Beteiligten übersetzt werden. mm

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