Finanzplatz soll auf Klimatransparenz setzen

17. November 2021 14:09

Bern - Der Bund will den Finanzplatz Schweiz zum glaubwürdigen Standort für nachhaltige Anlagen entwickeln. Dazu empfiehlt der Bundesrat den Akteuren, auf Klimatransparenz zu setzen. Einheitliche Definitionen bei den Kriterien für Nachhaltigkeit sollen helfen, das sogenannte Greenwashing zu vermeiden.

„Der Finanzplatz Schweiz soll ein global glaubwürdiger Standort für Anlegerinnen und Anleger sein, die einen vergleich- und messbaren Beitrag zu Gunsten der Umwelt und Gesellschaft leisten wollen“, leitet der Bundesrat eine Mitteilung zu seiner Sitzung am 17. November ein. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die Finanzmarktakteure auf Transparenz setzen. Hier schlägt der Bundesrat den Einsatz von vergleichbaren und aussagekräftigen Indikatoren zur Klimaverträglichkeit vor. 

Als Beispiel werden in der Mitteilung Temperaturkennzahlen angeführt. Sie geben den Grad der Übereinstimmung von Produktionsplänen mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius an. „Solche Indikatoren vermitteln Anlagekundinnen und -kunden in einfacher Weise, wie Finanzprodukte punkto Klimawirkung einzustufen sind“, meint der Bundesrat. Er empfiehlt den Finanzunternehmen zudem, internationalen Netto-Null-Allianzen beizutreten. Sie haben zum Ziel, die globalen Treibhausgasemissionen auf ein Mass zu reduzieren, das von natürlichen und technischen Speichern aufgenommen werden kann.

Darüber hinaus will der Bundesrat der bewussten oder unbewussten Täuschung bei der Nachhaltigkeit von Finanzprodukten vorbeugen. Auch beim Kampf gegen solches sogenanntes Greenwashing solle sich die Finanzbranche auf Klimawirkungen konzentrieren, da die Schweiz hier im Übereinkommen von Paris Verpflichtungen für den Finanzmarkt eingegangen sei, meint der Bundesrat. Er hat das Eidgenössische Finanzdepartement beauftragt, mögliche Anpassungen beim Finanzmarktrecht zu prüfen, mit denen Greenwashing vermieden werden könnte. hs

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