Finanzplatz bleibt auf Wachstumskurs

15. April 2021 11:53

Vaduz - Der Finanzsektor Liechtensteins hat sich während der Coronavirus-Pandemie als krisenresistent erwiesen. Die von liechtensteinischen Banken verwalteten Vermögen legten 2020 auf 365,4 Milliarden Franken zu. Bei notleidenden Krediten wurde nur ein geringer Anstieg beobachtet.

Der heimische Finanzsektor habe sich auch unter den ausserordentlichen Bedingungen der Coronavirus-Pandemie als „voll funktionsfähig und stabil“ erwiesen, schreibt die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) in einer Mitteilung zur Jahresmedienkonferenz am 15. April. Trotz der Herausforderungen der Pandemie seien gute Ergebnisse verzeichnet worden, heisst es dort weiter. Zudem verbleibe der Finanzplatz auf Wachstumskurs.

Konkret hatten die von den liechtensteinischen Banken verwalteten Kundenvermögen 2020 um 4,5 Prozent auf 365,4 Milliarden Franken zugelegt. Auch die harte Kernkapitalquote (CET1) des Bankensektors insgesamt konnte im Jahresvergleich von 20,0 auf 21,7 Prozent gesteigert werden. Damit weise Liechtenstein eine im EU-Vergleich deutlich überdurchschnittliche Kapitalisierung auf, schreibt die FMA.

Beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit musste der Bankensektor 2020 leichte Abstriche hinnehmen. Konkret gingen die Gewinne von 639,5 Millionen im Vorjahr auf 543,4 Millionen Franken zurück. Dieser Rückgang habe sich aber „im Lichte der Pandemie im internationalen Vergleich in Grenzen“ gehalten, erklärt die FMA in ihrer aktuellen Ausgabe der Publikation „Finanzplatz Liechtenstein“. In einem Factsheet zur Publikation weist die FMA auch auf den nur niedrigen Anstieg notleidender Kredite seit Beginn der Pandemie hin.

Die FMA sieht den Finanzplatz Liechtenstein „trotz der negativen Auswirkungen der Pandemie“ nur begrenzten Risiken ausgesetzt. Verschiedene Faktoren erforderten jedoch „eine hohe Wachsamkeit“, heisst es in der Mitteilung zur Jahresmedienkonferenz. Konkret werden dort „ein möglicher Anstieg der Kreditausfälle, die hohe Bewertung an den Aktienmärkten, das Niedrigzinsumfeld, Inflationsrisiken und die unsichere Entwicklung der Volkswirtschaften“ genannt. Bereits im Berichtsjahr hat die FMA im Einklang mit den Europäischen Aufsichtsbehörden entsprechende Massnahmen ergriffen. Dabei wurden unter anderem zusätzliche Meldepflichten eingeführt.

In der Mitteilung geht die FMA zudem auf das 2020 in Kraft getretene Gesetz über Token und VT-Dienstleister ein. VT-Dienstleister bieten auf vertrauenswürdige Technologien wie beispielsweise Blockchain beruhende Transaktionssysteme an. Ende Jahr waren in Liechtenstein zehn Unternehmen für insgesamt 24 Dienstleistungen nach dem neuen Gesetz registriert. hs

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