Fenaco lanciert ökologische Saatgutbehandlung mit Dampf

31. August 2021 13:12

Lyssach BE - Die Agrargenossenschaft Fenaco nimmt die erste Dampfanlage der Schweiz für ökologische Saatgutbehandlung in Betrieb. Das Verfahren zur Befreiung der Saatkörner von Krankheitserregern kommt ganz ohne chemisch-synthetische Wirkstoffe aus.

Die erste Dampfanlage für ökologische Saatgutbehandlung in der Schweiz ist in Lyssach von der Agrargenossenschaft Fenaco in Betrieb genommen worden. Das Verfahren zur Vernichtung von Saatgut-Krankheiten durch heissen Dampf heisst ThermoSem und wurde laut Medienmitteilung von der von ThermoSeed Global AG entwickelt, einer Tochter der schwedischen Agrargenossenschaft Lantmännen.

Die Saatgutbehandlung schützt keimende Nutzpflanzen, indem sie Krankheiten abtötet, die sich auf dem Korn befinden. In der Schweiz wird Saatgetreide vorwiegend gegen Schneeschimmel, Stink- und Zwergbrand sowie Flugbrand behandelt, heisst es in der Fenaco-Mitteilung. Die neue Anlage führe die Saatgutdesinfektion mittels Dampfpasteurisierung durch.

Die Anlage kann nach Angaben von Fenaco bis zu 15 Tonnen Saatgut pro Stunde behandeln. Die Anwendung sei für die Landwirtinnen und Landwirte äusserst sicher und sehr wirksam. Weil chemisch-synthetische Wirkstoffe nicht mehr verwendet werden, schütze das Verfahren den Boden und die Umwelt.

Aktuell werden laut Fenaco in der Schweiz jährlich 19‘500 Tonnen Getreidesaatgut chemisch-synthetisch gebeizt. Rund 2600 Tonnen blieben für den Bio- und IP-Suisse-Markt der integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen ungebeizt. Dieser Biomarkt wachse jährlich um 10 Prozent.

Mit ThermoSem werde das starke Bedürfnis nach nachhaltig produzierten Lebensmitteln befriedigt, wird Jürg Jost zitiert, der Leiter von UFA-Samen, einer Abteilung der Genossenschaft Fenaco. „Der Biomarkt wird weiterwachsen, auch dank unserer neuen ökologischen Saatgutbehandlung mit Dampf.“ gba 

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