Euler Hermes rechnet mit weltweiter Konkurswelle

20. Juli 2020 13:41

Wallisellen ZH - Euler Hermes erwartet, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bis 2021 weltweit um rund einen Drittel ansteigt. Den Erhebungen des Exportkreditversicherers zufolge könnte die Schweiz aber vergleichsweise ungeschoren davonkommen.

Einer Mitteilung von Euler Hermes zufolge werden die Konkurse in diesem Jahr weltweit um 17 Prozent ansteigen. Im kommenden Jahr müsse dann mit einem weiteren Anstieg um 16 Prozent gerechnet werden müssen, schreibt der Exportkreditversicherer. Insgesamt würde innert zwei Jahren damit ein Negativrekord von 35 Prozent Insolvenzwachstum erreicht.

Den Erhebungen von Euler Hermes zufolge wird die Entwicklung der Konkurswelle dabei unterschiedlich verlaufen. In diesem Jahr seien „zwei von drei Ländern” betroffen, schreibt das Unternehmen. Konkret zählt Euler Hermes die USA, Brasilien, China, Portugal, Spanien und Italien auf.

In anderen Ländern, darunter auch die Schweiz, herrsche derzeit noch „die Ruhe vor dem Sturm”, heisst es in der Mitteilung. „Das ist aber längst keine Entwarnung, sondern vielmehr eine tickende Zeitbombe“, wird Stefan Ruf, CEO von Euler Hermes Schweiz, dort zitiert. „Spätestens im dritten Quartal des Jahres wird diese Zeitbombe hochgehen und die Schockwellen dürften sich ins gesamte erste Halbjahr 2021 ausbreiten.“

Die Schweiz könnte laut Ruf jedoch trotz ihrer Exportabhängigkeit „mit einem blauen Auge davonkommen“. Der Unternehmenschef macht dies an einer vergleichsweise guten Ausgangssituation des Landes sowie an „dem kürzeren, weniger strikten Lockdown“ und den  „schnellen und sehr umfangreichen Sofortmassnahmen der Regierung“ fest. hs

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