EU-Kommission stuft Gas und Kernkraft als nachhaltig ein

04. Januar 2022 14:40

Brüssel - Die Europäische Kommission will die EU-Taxonomie für nachhaltige Anlagen um Aktivitäten im Bereich von Gas und Kernenergie erweitern. Sie gelten aus Brüsseler Sicht als wichtige Energiequellen im Übergang zur vollständigen Klimaneutralität aller EU-Staaten.

Die Europäische Kommission in Brüssel möchte die EU-Taxonomie für nachhaltige Anlagen um Energieaktivitäten im Bereich Gas und Kernenergie ergänzen. Dazu hat sie die Plattform für ein nachhaltiges Finanzwesen und die Sachverständigengruppe der Mitgliedstaaten für nachhaltiges Finanzwesen um Stellungnahmen gebeten, heisst es in einer Medienmitteilung. Zu deren Konsultation ist die Kommission verpflichtet. 

„Mit diesem ergänzenden delegierten Rechtsakt wird die Liste der Tätigkeiten erweitert, die den Ausstieg aus schädlicheren Energieträgern wie Kohle beschleunigen und uns auf dem Weg zu einem grüneren Energiemix voranbringen“, heisst es in der Medienmitteilung.

Die Kommission möchte zudem die Taxonomie hinsichtlich der Offenlegungspflichten ändern. Ziel soll sein, dass „Investoren erkennen können, ob und in welchem Umfang Tätigkeiten Gas- und Kernenergieaktivitäten umfassen“.

Die EU-Taxonomie ist ein Transparenzinstrument für Unternehmen und Investoren. Damit sollen sie nach klaren Kriterien beurteilen können, welche Aktivitäten von grossen Unternehmen und welche Finanzprodukte nachhaltig sind. Dies soll private Investitionen mobilisieren und lenken, sodass sich der Energiemix in den Mitgliedsstaaten in den kommenden 30 Jahren hin zu Klimaneutralität verschiebt.

Der Energiemix variiert zwischen den EU-Mitgliedstaaten erheblich. Daher erachtet die Kommission Erdgas und Kernenergie als wichtig „beim Übergang von der klimaschädlichen Kohle zu erneuerbarer Energie“. Der Taxonomie zufolge werden Gas und Kernenergie nach strengen Kriterien eingestuft. So muss Gas bis 2035 aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Kommission will die Stellungnahmen aus der Konsultation nach Ablauf der Frist am 12. Januar analysieren und die Ergänzungen noch in diesem Monat annehmen. Stimmen das Europäische Parlament und der Rat ebenfalls zu, tritt der ergänzende delegierten Rechtsakt in Kraft. ko

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