EU hebt ihr Klimaziel an

11. Dezember 2020 14:07

Brüssel - Die EU will ihren CO2-Ausstoss bis 2030 um 55 Prozent statt wie bisher geplant um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Die Wirtschaft spricht von einem anspruchsvollen Ziel, Klimaschützern ist das Ziel nicht ehrgeizig genug.

Die EU hebt ihr Klimaziel für 2030 an. Bis dahin soll der CO2-Ausstoss der 27 Mitgliedstaaten um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden, hat der EU-Gipfel von Brüssel beschlossen. Nur so könne der Staatenblock seine Verpflichtungen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens von 2015 erfüllen, heisst es in den Schlussfolgerungen des Gipfels. 

Die Klimaziele sollten in einer Weise erreicht werden, dass das nachhaltige Wirtschaftswachstum angekurbelt, Arbeitsplätze geschaffen und die Gesundheit und die Umwelt gestärkt werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der EU müsse dabei erhalten bleiben. Der Gipfel beauftragt die EU-Kommission bis Juni 2021 entsprechende Vorschläge einzureichen.

Aus der Sicht des Wirtschaftsdachverbandes BusinessEurope ist das neue Klimaziel ehrgeizig. Die EU müsse sich nun darauf fokussieren, wie sie dieses Ziel erreichen könne, ohne die wirtschaftliche Erholung zu unterminieren, wird sein Direktor Markus J. Beyer in einer Mitteilung des Verbandes zitiert.

Für Greenpeace ist das neue Ziel nur eine kleine Verbesserung. Es zeige, dass die EU die eigene Bequemlichkeit wichtiger nehme als die Klimawissenschaft, schreibt die Umweltschutzorganisation in einer Mitteilung

Bisher hat die EU nur eine Senkung um 40 Prozent bis 2030 angestrebt. Bis 2020 hat sie sich zu einer Senkung um 20 Prozent verpflichtet. Die Schweiz will ihren CO2-Ausstoss bis 2030 um 50 Prozent senken. Ihr Ziel, den CO2-Ausstoss bis 2020 um 20 Prozent senken, wird sie verfehlen. Dazu trägt auch ein Lachgasleck von Lonza in Visp VS bei. stk

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