ETH-Rat fordert volle Teilnahme an Erasmus+

14. Dezember 2020 14:59

Zürich - Der ETH-Rat spricht sich für eine vollständige Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ aus, dem EU-Austauschprogramm für Studierende. Die Schweizer Hochschulen seien auf die europäischen Netzwerke angewiesen. Der Nutzen einer Teilnahme sei grösser als allfällige Mehrkosten.

Die Schweiz soll sich für die Jahre 2021 bis 2027 wieder vollständig an Erasmus+ beteiligen, fordert der ETH-Rat. Das Austauschprogramm für Studierende innerhalb Europas komme auch anderen Akteuren aus Bildung, Forschung und Wirtschaft zugute. Die Schweizer Hochschulen seien auf diese Netzwerke angewiesen, um die Qualität und Attraktivität der eigenen Angebote zu verbessern, schreibt der ETH-Rat in einer Mitteilung.

Die Schweizer Beteiligung an Erasmus war 2014 nach der Annahme der SVP-Masseneinwanderungsinitiative ausgesetzt worden. Seit 2017 sichert eine Übergangslösung die Teilnahme Schweizer Studierender. Der Bund hat dafür für die Jahre 2018 bis 2020 einen Gesamtkredit in Höhe von 114,5 Millionen Franken bewilligt. Derzeit verhandelt er mit der EU-Kommission über die Bedingungen einer Vollassoziierung. Im Parlament regt sich allerdings aus Kostengründen Widerstand gegen eine volle Teilnahme.

Der ETH-Rat ist sich der Mehrkosten bewusst. Der zusätzliche Nutzen rechtfertige diese aber. Allerdings sollten die Mehrkosten nicht mit Kürzungen bei den Forschungsausgaben anderswo kompensiert werden. stk

Aktuelles im Firmenwiki