ETH-Forscher fordern Anpassung bei Corona-Krediten

16. Juni 2020 13:18

Zürich - Das Corona-Kreditprogramm des Bundes soll um ein Jahr verlängert werden. Ausserdem soll es auch für Investitionen verwendet werden können. Dies fordern drei Konjunkturforscher der ETH Zürich.

Der Bund habe mit seinem Corona-Kreditprogramm schnell und effektiv auf den Wirtschaftseinbruch reagiert, loben Hans Gersbach, Heiner Mikosch und Jan-Egbert Sturm in einer Mitteilung. Laut den drei Konjunkturforschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) konnte eine Konkurswelle dank der Kredite bisher verhindert werden.

Allerdings helfe das Programm nicht, der sich abzeichnenden Investitionsschwäche entgegen zu wirken. Denn die Kredite dürfen nur zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet werden, nicht aber für Investitionen. Die Forscher schlagen deswegen eine Anpassung des Programms vor.

Konkret fordern die Forscher die Verlängerung des Programms um ein Jahr bis zum 31. Juli 2021. Die bisher beschlossene Gesamtsumme von 40 Milliarden Franken als Obergrenze soll dabei bestehen bleiben. Weiter sollen die Kredite auch für Investitionen verwendet werden dürfen – beispielsweise für Ausrüstungen oder Forschung und Entwicklung.

Die Forscher schlagen auch vor, dass alle genehmigten Kredite nur noch zum Teil vom Bund abgesichert werden sollen. Das restliche Kreditrisiko soll die kreditgebende Bank tragen. Der Garantieanteil des Staates soll ausserdem mit der Zeit sinken.

Wenn es trotz dieser vorgeschlagenen Anpassungen zu einer andauernden Investitionskrise komme, müssten weitere temporäre Massnahmen erwogen werden, so die Forscher. Denkbar wären etwa steuerliche Entlastungen oder die finanzielle Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben. „Dies käme den Staat aber deutlich teurer zu stehen als der vorliegende Vorschlag“, betonen sie. ssp

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