ETH-Forschende steuern Mikrovehikel gegen Blutstrom

19. Februar 2021 13:47

Zürich - Wirkstoffe oder etwa Stents sollen künftig über die Blutbahn gezielt an Orte im Körper gebracht werden, die schwer zugänglich sind. Jetzt gehören ETH-Forschende zu den ersten, die dafür notwendige Mikrovehikel gegen den Blutstrom navigieren können.

Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) gehören weltweit zu den ersten, die Mikrovehikel entwickelt haben, welche gegen den Blutstrom schwimmen können. Darüber berichtet die ETH auf ihrer Internetseite. Wenn diese Methode dereinst ausgereift ist, soll sie Ärzten erlauben, mit mikrochirurgischen Verfahren im Körperinneren Biopsien zu nehmen und Stents einzusetzen. Zudem könnten diese Mikrovehikel Medikamente präzise an schwer zu erreichende Stellen transportieren, etwa ins Innere eines Tumors oder in das Hirngewebe.

Diese Vehikel sind Schwärme von Eisenoxid-Polymer-Kügelchen mit einem Durchmesser von 3 Mikrometern, die sich in einem Magnetfeld zusammenballen. Diese kugeligen Schwärme werden von einem externen Ultraschallfeld angetrieben.

Den Machbarkeitsnachweis hat das Forschungsteam anhand einer Versuchsanordnung erbracht, bei der aggregierte Mikrokügelchen in einem Glasröhrchen schwammen. Durch Ultraschall einer bestimmten Frequenz konnten sie gegen die Fliessrichtung bewegt werden. Dieses Glasröhrchen hatte einen Durchmesser, der etwa jenem von Blutgefässen in einem Tumor entspricht. Die ETH hat dies auch in einem kurzen Video veranschaulicht, welches in die Mitteilung eingebettet ist.

„Weil sowohl Ultraschallwellen als auch Magnetfelder Körpergewebe durchdringen, ist unsere Methode gut geeignet, um Mikrovehikel auch im Körperinneren zu lenken“, erklärt ETH-Professor Daniel Ahmed. Als nächstes wollen die Forschenden das Verhalten der Mikrovehikel in Blutgefässen von Tieren untersuchen. mm

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