ETH entwickelt neues Leichtbau-Material

17. November 2020 10:26

Zürich - Ein Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeitet an einem neuen Verfahren zur Herstellung von Hybridfasern. Der gefragte ökologischere Hightech-Werkstoff soll damit erheblich günstiger werden.

Faserverstärkte Kunststoffe haben Konjunktur. Doch sie sind teuer. Das will Christoph Schneeberger mit einem neuen Verfahren ändern. In einem dreiköpfigen Team entwickelt der Forscher an der ETH Zürich ein neues, nachhaltigeres Leichtbau-Material. Es soll laut einer ETH-Mitteilung künftig etwa im Automobil- und Flugzeugbau Anwendung finden. 

Bisher wird der Kunststoff unter hohem Zeit- und Energieaufwand in ein zuvor gewobenes Fasertextil gepresst. Hingegen sieht Schneebergers Verfahren vor, dass beide Materialen zugleich miteinander kombiniert werden: „Mit unserem Ansatz bringen wir den Kunststoff auf die Faser, noch während sie gesponnen wird“, erklärt er in einem Bericht der ETH. Dies und eine Skalierung der Herstellung werde das Material wesentlich effizienter machen: „Produzieren wir dereinst in grossen Mengen, werden wir nah an die Kosten für die Rohmaterialien kommen.“

Bis Ende Jahr will das Team stündlich ein halbes Kilogramm des Verbundwerkstoffs fertigen. Wegen des noch relativ geringen Materialausstosses soll er zunächst etwa in Sportgeräten oder Spezialanfertigungen für Autos und Flugzeuge verbaut werden. So könne man zeigen, dass die Methode hält, was sie verspricht, so Schneeberger. Danach wolle sich der heute 32-Jährige als Produzent auch in grösseren Märkten durchsetzen. Im kommenden Jahr plant er laut ETH, ein Start-up mit dem Namen seines Projekts zu gründen: Antefil Composite Tech. mm

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