ETH-Algorithmen prognostizieren das Unbekannte

29. Juli 2020 11:48

Zürich - Eine Forschungsgruppe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) widmet sich der Vorhersage seltener oder bisher nicht eingetretener Ereignisse. Sie entwickelt Algorithmen der Künstlichen Intelligenz für sicherheitskritische Anlagen.

Üblicherweise benötigen Algorithmen möglichst viele Daten, um Muster zu erlernen und auf neue Daten zu übertragen. Die Forschungsgruppe der ETH-Professorin für Intelligente Instandhaltungssysteme, Olga Fink, versucht dennoch, seltene oder noch nie dagewesene Ereignisse mithilfe von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz (KI) zu prognostizieren. 

Dafür kombiniert sie deren Lernfähigkeit mit der Interpretierbarkeit physikalischer Modelle. Der Fokus der Gruppe liegt laut einer Medienmitteilung auf Kraftwerken, Industrieanlagen und Transportsystemen. Die Algorithmen sollen ihre Sicherheit und Lebensdauer verbessern. „Damit kann man nicht nur prognostizieren, wann die Anlage ausfällt, sondern auch den Betrieb der Anlagen so anpassen, dass die Auswirkungen von Fehlfunktionen oder Ausfällen gemildert werden“, erklärt die ETH-Professorin.

Die Wissenschaftlerin, die 2019 vom Weltwirtschaftsforum (WEF) in den illustren Kreis der Young Scientists aufgenommen wurde, ist derzeit damit befasst, ihre Algorithmen auch für andere Bereiche nutzbar zu machen, etwa für die Früherkennung von Naturgefahren wie Hochwasser: „Je tiefer wir in der Forschung gehen, desto mehr Potenzial sehe ich und desto weiter wird mein Horizont.“ mm

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