Erneuerbares Gas macht Verkehr ökologischer

05. Juli 2019 10:47

Spreitenbach AG - Eine Reihe von Schweizer Forschungseinrichtungen hat das Weissbuch Power-to-X formuliert. Vertreter der Institutionen haben in der Umwelt Arena in Spreitenbach über den Einfluss der Technologie auf den Verkehr gesprochen.

Das Weissbuch Power-to-X wird am Montag an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) vorgestellt. An der Erstellung waren Wissenschaftler von mehreren Schweizer Forschungsinstitutionen beteiligt: Paul Scherrer Institut (PSI), Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), ETH, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), Universität Genf und Universität Luzern. Einige Vertreter dieser Einrichtungen sind am Donnerstag in der Umwelt Arena in Spreitenbach zusammengekommen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Dort haben sie am Symposium für nachhaltige Mobilität teilgenommen und über den Einfluss von Power-to-X auf den Verkehr gesprochen.

Empa und PSI haben dazu eine Studie angefertigt. Demnach besteht in der Schweiz durch Power-to-Gas das Potenzial, „in Zukunft bis zu eine Million Personenwagen mit synthetisch erzeugtem Methan sehr CO2-arm zu betreiben“, wie es in der Mitteilung heisst. „Die CO2-Emissionen dieser Million Autos würden gegenüber Benzinfahrzeugen um 70 bis 90 Prozent reduziert“, sagte Christian Bach während des Symposiums, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme bei der Empa und Mitautor der Studie. Markus Friedl von der HSR betrachtet Power-to-Gas als eine „Schlüsseltechnologie“ für die Mobilität, wie er in seinem Referat sagte. Grundsätzlich sei es mit der Technologie möglich, „die Schweiz zu vertretbaren Kosten mit erneuerbarer Energie zu versorgen“.

Walter Schmid, Gründer und Verwaltungsratspräsident der Umwelt Arena, glaubt ebenfalls an das Potenzial von Power-to-Gas: „Alleine schon mit der Verwertung aller organischen Abfälle in der Schweiz könnten zehn Prozent der Personenwagen mit Biogas versorgt werden.“ Coca-Cola Schweiz versucht sich bereits heute an einer Umsetzung. Bis November wird die grösste Flotte der Schweiz mit Autos in Betrieb genommen, die mit Erdgas oder Biogas fahren, insgesamt werden es 180 Fahrzeuge sein. „Es genügt nicht, nur Getränke zu verkaufen“, zitiert die Umwelt Arena Patrick Wittweiler, Country Sustainability Manager bei Coca-Cola Schweiz. jh

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