Erderwärmung erfolgt erstmals weltweit gleichzeitig

25. Juli 2019 07:30

Bern - Das 20. Jahrhundert war mit grosser Wahrscheinlichkeit die wärmste Phase der vergangenen 2000 Jahre, zeigen Forscher der Universität Bern. Anders als früher geschieht die Erwärmung dabei auf der ganzen Welt gleichzeitig.

Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen handelte es sich weder bei der Kleinen Eiszeit noch der Mittelalterlichen Warmzeit um ein weltweites Phänomen, wie die Universität Bern in einer Mitteilung zu ihren neuen Studienergebnissen schreibt.. „Zwar war es während der Kleinen Eiszeit auf der ganzen Welt generell kälter“, erklärt Wissenschaftler Raphael Neukom, „aber nicht überall gleichzeitig“. „Die Spitzenzeiten der vorindustriellen Warm- und Kaltzeiten traten zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten auf.“

Die Erklärung dafür sehen Forscher darin, dass das Klima in vorindustrieller Zeit vor allem von zufälligen Schwankungen innerhalb des Klimasystems beeinflusst war. Externe Faktoren wie beispielsweise Vulkanausbrüche oder Sonnenaktivität seien aber nicht stark genug gewesen, um einen langen Zeitraum zeitgleich auf der ganzen Welt für besonders warme oder kalte Temperaturen zu erzeugen. Aus regionalen Temperaturphänomenen konnte also nicht auf globale Wetterextreme geschlossen werden.

Dies ist nun aber anders: Laut den Forschern liegt die wärmste Phase der vergangenen 2000 Jahre „mit grosser Wahrscheinlichkeit” im 20. Jahrhundert – und zwar auf über 98 Prozent der Erdoberfläche. Dies zeige, dass der aktuelle Klimawandel nicht mit Schwankungen zu erklären ist, sondern durch vom Menschen verursachte Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen. fh

Aktuelles im Firmenwiki