EPFL schickt Satelliten ins All

16. Februar 2021 09:53

Lausanne - Das Spacecraft Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) wird 2023 zwei Satelliten in verschiedene Umlaufbahnen schicken. Sie werden zusammenarbeiten und mindestens zwei Jahre lang Informationen über die äussersten Schichten der Atmosphäre sammeln.

Eine Gruppe von Studierenden, das EPFL Spacecraft Team, entwickelt mit Unterstützung des EPFL Space Center (eSpace) zwei Satelliten, die ab 2023 gemeinsam im All Dienst tun sollen. Diese Konstellation namens CHESS soll mindestens zwei Jahre lang in der Luft bleiben und in unterschiedlichen Höhen und Umlaufbahnen Informationen über die äusserste Schicht der Atmosphäre, der Exosphäre, sammeln. Darüber informiert die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) in einem Artikel auf ihrer Internetseite. 

Wie Dr. Rico Fausch, Physiker am Institut für Weltraumforschung und Planetologie der Universität Bern, erklärt, sei diese Atmosphärenschicht zuletzt vor fast 40 Jahren detailliert analysiert worden. Die aktuellen Daten „werden uns also sehr helfen, die Chemie der Exosphäre besser zu verstehen und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert hat, insbesondere hinsichtlich der globalen Erwärmung“. Die Universität Bern ist eine von sechs Universitäten, drei Unternehmen, 15 Professoren und 53 Studierenden, die sich an dem Projekt beteiligen.

Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen soll CHESS den teilnehmenden Studierenden auch die Möglichkeit bieten, „die in unserer Branche tatsächlich erforderlichen Fähigkeiten zu erlernen wie Team-Management, Koordination, Kommunikation und Fundraising“, so die stellvertretende Direktorin von eSpace, Emmanuelle David. „Das sind Fähigkeiten, die man nicht aus einem Buch lernen kann.“

Schliesslich soll die CHESS-Mission auch technologische Innovationen vorantreiben. So werden die Satelliten mit GNSS (Global Navigation Satellite System)-Empfängern der nächsten Generation ausgestattet. Sie werden gemeinsam von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und u-blox entwickelt. Zudem werden sie mit neuen Massenspektrometern arbeiten, die gemeinsam von der Universität Bern und der Firma Spacetek Technology AG entwickelt wurden. Darüber hinaus wird ein Solarpanel für Raumfahrzeuge getestet, das auf einer von RUAG entwickelten Technologie basiert. Und da die beiden Satelliten Funknachrichten an Bodenstationen senden werden, werden sie dazu beitragen, ein schweizweites X-Band-Netz aufzubauen. mm

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