EPFL-Algorithmen ermöglichen Wiederverwendung von Baumaterialien

02. November 2020 13:14

Lausanne - Forschungsarbeiten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ermöglichen die stärkere Verwendung von gebrauchten Materialien in der Baubranche. Dabei ermittelt eine Software die nachhaltigste Lösung.

Die Baubranche trägt in einigen Ländern 40 Prozent der CO2-Emissionen bei, heisst es in einer Medienmitteilung der EPFL. Jan Brütting von der EPFL ist demnach der Meinung, der schädigende Einfluss der Baubranche auf die Umwelt sollte so schnell wie möglich reduziert werden. Dazu hat er Algorithmen entwickelt, die ein höheres Ausmass an Wiederverwendung in der Baubranche ermöglichen.

Konkret stehen Stahlbalken und andere Konstruktionen aus Stahl im Fokus der von Brütting entwickelten Software. Diese Produkte sollen nicht weggeworfen oder eingeschmolzen werden, sondern bei einem neuen Bauprojekt erneut zum Einsatz kommen. Architekten können dazu die gewünschte Form des Objekts mitsamt der notwendigen Bauentwürfe sowie die vorhandenen gebrauchten Stahlelemente in die Software eingeben. Die Algorithmen ermitteln dann, wie die gebrauchten Stahlelemente am besten eingesetzt werden können. Dabei nimmt die Software auch Änderungen an den Entwürfen vor, um das nachhaltigste Ergebnis zu erhalten. Der Architekt kann auf Basis der Vorschläge der Software dann die Möglichkeit auswählen, die er umsetzen möchte.

Was nun noch fehlt, ist eine Datenbank, in welcher schweizweit oder auch europaweit gebrauchte Stahlelemente verzeichnet werden. Somit könnte der Nutzen der Algorithmen von Brütting noch deutlich erhöht werden. Zudem ist es auch möglich, die Software um weitere Baumaterialien zu erweitern, heisst es in der Mitteilung der EPFL. jh

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