Empa setzt Standards für Stoffmasken

15. Mai 2020 11:49

St.Gallen - Empa-Forschende haben gemeinsam mit der Schweizer Textilbranche Technologien und Qualitätsstandards für Schutzmasken aus Stoff entwickelt. Damit können ab sofort sogenannte Community Masken produziert werden.

Im Auftrag der nationalen COVID-19-Taskforce des Bundes hat das Projekt ReMask der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) präzise Vorgaben für textile Masken gemacht. Sie sollen das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus verringern. Basierend auf diesen Empfehlungen haben Labors solche Masken untersucht. Sie sollen jetzt als Community Masken in den Handel kommen. 

„Innert kürzester Zeit haben wir in den Empa-Labors die nötigen Technologien und Verfahren entwickelt und umgesetzt“, erklärt René Rossi vom St.Galler Labor für biomimetische Membrane und Textilien in einer Medienmitteilung. Um das Geschehen auf Innen- und Aussenseite der Masken zu simulieren, verwendeten die Forscher künstlich gefärbten Speichel. Untersucht wurden Luftdurchlässigkeit, Spritzwiderstand und die Effizienz der Partikelfiltration textiler Masken und Filtergewebe.

Analysemethoden und Versuchsprotokolle werden nun an das Schweizer Prüf- und Zertifizierungsunternehmen TESTEX AG in Zürich weitergegeben. „Wir sind mit diesem erfolgreichen und äusserst schnellen Wissens- und Technologietransfer sehr zufrieden“, sagt Rossi. TESTEX hat auch das Label „Community Mask“ lanciert. Es biete der Bevölkerung Orientierung auf dem Markt der Textilmasken und die Sicherheit eines optimalen Schutzes.

Die Empa hat bereits Empfehlungen für eine einheimische Maskenproduktion an verschiedene Textilunternehmen weitergereicht. Somit könne deren Produktion ab sofort starten. Die Firmen vertreiben die Masken über Händler, aber auch direkt. „Dank der Agilität und Innovationskraft der Schweizer Textilfirmen, gepaart mit dem Know-how der Empa“ sowie durch das TESTEX-Label „wurde ein Meilenstein für die Entwicklung und Produktion von nachhaltigen Schutztextilien in der Schweiz erreicht“, so Peter Flückiger, Direktor vom Branchenverband Swiss Textiles. mm

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