Empa gibt Recycling-Jacke gute Noten

04. Oktober 2021 13:03

St.Gallen - Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat den Umweltnutzen einer Outdoor-Jacke aus wiederverwerteten Materialien überprüft. In den elf untersuchten Kategorien schnitt sie besser ab als eine herkömmlich produzierte Variante.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat mittels Laboranalysen bestätigt, dass die Kreislaufwirtschaft in der Textilbranche viel ausrichten kann. Konkret schnitt eine Outdoor-Jacke aus wiederverwendeten Materialien in den elf untersuchten Kategorien hinsichtlich der Umweltrisiken besser ab als eine ohne kreislaufwirtschaftliche Methoden produzierte Variante. Das geht aus einem Bericht der Empa hervor.

Die Outdoor-Jacke aus wiederverwendeten Materialien wurde von wear2wear erstellt. Die Vision dieses Konsortiums von sechs Firmen aus der europäischen Textilbranche ist, hochwertige Textilprodukte aus 100 Prozent Alttextilien herzustellen. Bisher werden mehr als 70 Prozent aller weltweit produzierten Textilien em Ende ihres Lebenszyklus verbrannt.

Auffällig grosse Vorteile zeigte die rezyklierte Jacke laut den Analysen des St.Galler Empa-Labors für Technologie und Gesellschaft etwa beim Umweltrisiko Luftverschmutzung, weil ohne Verbrennung weniger Schadstoffe freigesetzt werden. Auch bezüglich der Wasserknappheit schnitt die wiederverwertete Variante besser ab. Beim Treibhauseffekt liegt der maximale Umweltnutzen bei gut 30 Prozent. Hingegen bringt die Verwendung von PET-Flaschen zur Herstellung des Polyesters keine grossen Vorteile. Jedoch verbessere sich die Bilanz, je häufiger eine Jacke wiederverwendet werde.

Die Textilbranche sei im Umbruch. Vor allem Grosskonzerne hätten bei der Herstellung kreislauffähiger Produkte mehr Möglichkeiten als kleinere Betriebe. Doch seien laut dem Bericht Gespräche mit einem Hersteller von Sportbekleidung für eine Fleece-Jacke im Gange. Dabei, so heisst es, könnten auch die Erkenntnisse der Empa helfen. mm

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