Empa forscht an Alternative zu Diesel

24. November 2020 13:21

Dübendorf ZH - Dimethylether gilt als aussichtsreiche Alternative für fossilen Diesel. In Zusammenarbeit mit internationalen Partnern erprobt die Empa den flüchtigen Flüssigtreibstoff mit einem Versuchsmotor. Ziel ist ein Antriebskonzept für schwere Lastwagen.

Der Langstreckenbetrieb von Lastwagen ist mit Elektroantrieben nicht gut zu leisten, schreibt die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. In Zusammenarbeit mit internationalen Partnern forschen Wissenschaftler der Empa an einem Antrieb für schwere Lastwagen, der den umweltschädlichen Dieselmotor ersetzen kann.

Konkret sind die Forscher an den Einsatzmöglichkeiten von Dimethylether (DME) interessiert. Der auch als Treibgas in Spraydosen und im Kältemittel von Kühlanlagen eingesetzte leicht flüchtige Stoff lasse sich kostengünstig und fast ohne Verluste aus Methanol herstellen, erläutert die Empa in der Mitteilung. Methanol wiederum liesse sich gut mit erneuerbarer Energie produzieren. Zudem weise DME ähnliche Eigenschaften wie Flüssiggas auf.

Auch in anderen Ländern wird der Einsatz von DME als Alternative zu Diesel untersucht. An der Empa soll auf dabei bereits gewonnene Erfahrungen aufgebaut werden. Konkret klopfen die Forscher in der Schweiz den alternativen Treibstoff auf mögliche Brennverfahren, Effizienz und Umweltfreundlichkeit ab.

Dazu wurde bereits Anfang Juli in der Empa-Abteilung Fahrzeugantriebe ein Versuchsmotor in Betrieb genommen. Zunächst wurde der Motor in einem beim Autobahnbetrieb von Lastwagen üblichen Bereich getestet, erläutert die Empa in der Mitteilung. „Dann modifizieren wir unter anderem den Zeitpunkt und den Druck der Einspritzung, schauen uns die Abgaswerte und den Treibstoffverbrauch an“,  wird Projektleiter Patrik Soltic dort zitiert.

In der derzeitigen „prä-kompetitiven“ Phase der Forschungsarbeit würden die Ergebnisse noch unter den Wettbewerbern im Fahrzeugbau geteilt und diskutiert, erläutert Soltic. Wenn später jeder seine eigenen Ergebnisse für sich behalten wolle, sei es für die Empa wichtig, „dass wir die Technik beherrschen, um als Forschungspartner für die Industrie wertvollen Input liefern zu können“. hs

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