Empa entwickelt kraftstoffsparenden Ventiltrieb

20. August 2019 12:01

Dübendorf ZH - Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt hat einen neuartigen Ventiltrieb für Automotoren entwickelt. Damit kann Kraftstoff gespart und der Schadstoffausstoss reduziert werden. Zudem ermöglicht er den optimalen Einsatz alternativer Treibstoffe.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat einen innovativen Ventiltrieb für Fahrzeugmotore entwickelt. Wie die Empa mitteilt, biete er nun die Flexibilität, um die Effizienz zu verbessern, Schadstoffemissionen zu senken und erneuerbare Treibstoffe optimal einzusetzen. Er sei „gleichzeitig robust und preisgünstig zu realisieren“. Das Projekt „FlexWork“ wird vom Bundesamt für Energie gefördert. 

Ein Team der Abteilung Fahrzeugsantriebssysteme um Patrik Soltic hat einen Ventiltrieb konstruiert, der über weite Betriebsbereiche einen deutlich geringeren Energiebedarf erreicht als nockenwellengetriebene Systeme. Zusammen mit einem optimierten Gaswechsel liege der Treibstoffverbrauch des Versuchs-Ottomotors für Personenwagen rund 20 Prozent niedriger als bei klassischen Autoantrieben, heisst es in der Mitteilung.

Ventilhub sowie Öffnungs- und Schliesszeiten seien für jeden Zylinder völlig frei einstellbar. Das mache den Motor höchst anpassungsfähig für alternative Treibstoffe wie Methanol oder Ethanol. Auch auf Erd-, Bio- und Syngas könne der Ventiltrieb flexibel reagieren. Zudem liessen sich alternative Verbrennungskonzepte einfach realisieren, etwa bei der homogenen Selbstzündung durch ein Treibstoff-Luft-Gemisch. Eine weitere Besonderheit: der Zylinderkopf bleibt ölfrei, weil stattdessen Motorkühlwasser eingesetzt wird. So könne für den restlichen Motor ein einfacheres Motorenöl verwendet werden, das weniger oft gewechselt werden müsse. 

Dieser elektrohydraulische Ventiltrieb wurde auf einen serienmässigen VW-Erdgasmotor aufgesetzt und hat seit Oktober 2018 laut Empa „viele Millionen Betätigungen im befeuerten Motorbetrieb problemlos überstanden“. Zum Transfer dieser Technologie in die Wirtschaft ist die Empa eigenen Angaben zufolge derzeit im Gespräch mit Herstellern von Motoren und Kompressoren. mm

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