Economiesuisse kritisiert diffuse Energiediskussion

22. April 2022 13:55

Zürich - Economiesuisse kritisiert die diffuse Diskussion um die Zukunft der Energieversorgung. Für die Wirtschaft sei die Versorgungssicherheit das höchste Gut. Die sei aber gefährdet. Auch über Kernenergie müsse daher weiter diskutiert werden.

Die Diskussionen um die Zukunft der Schweizer Energieversorgung werden vom Wirtschaftsdachverband economiesuisse als unübersichtlich und zuweilen diffus kritisiert. Für die Wirtschaft bleib die Versorgungssicherheit das höchste Gut, heisst es in einem Blog von Monika Rühl, Vorsitzende der Geschäftsleitung von economiesuisse. Darin wird auf die Stellungnahme von economiesuisse, scienceindustries und Swissmem in den „Fünf Grundpfeilern für eine sichere Stromversorgung“ verwiesen, die vor Versorgungslücken schon ab 2025 warnen. Auch die Strommarktaufsicht ElCom sehe Engpässe für diesen Zeitpunkt voraus.

Die Wirtschaft habe sich zwei Ziele auf die Fahne ihrer Strompolitik geschrieben: Die Versorgungssicherheit und die Dekarbonisierung mit Netto-Null bis 2050, heisst es in dem Artikel. Mehr als die Hälfte der 2050 benötigten Stromproduktion sei heute aber noch nicht gebaut. Dann werde man wohl fast 40 Prozent mehr Strom brauchen. Mangellagen stellten auch die Erreichung der Klimaziele in Frage. Die Wirtschaft, und dort zuvorderst Industrie und Bau, investiere bereits viel und habe als einziger Sektor die Klimaziele bis 2020 erreicht und übertroffen.

Für das Erreichen der angestrebten Energiewende und zur Sicherheit der Stromversorgung auch im Winter dürfe aber keine klimaneutrale Stromquelle ausgeschlossen werden, auch nicht die Kernenergie. „Wir wollen eine Strommangellage verhindern und müssen dafür alle Register ziehen“, heisst es von Rühl. Dies funktioniere nur mit einem Gesamtkonzept, wie den unlängst vorgelegten „Fünf Grundpfeilern“ der sicheren, nachhaltigen und wirtschaftlichen Stromversorgung. gba 

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