Domeisen macht Steuern für Wegzug von Firmen verantwortlich

19. Februar 2020 13:16

Winterthur - Die vergleichsweise hohen Gewinnsteuern im Kanton Zürich seien ein Grund für den Wegzug von Firmen aus Winterthur, sagt Michael Domeisen in einem Interview. Die Wirtschaft sei aber auch unzufrieden mit der Verkehrspolitik der Stadt, so der Direktor des House of Winterthur.

Winterthur verliert den Europa-Hauptsitz von Zimmer Biomet an die Stadt Zug und den Schiffsmotorendienstleister Wärtsilä an Frauenfeld. Ausserdem stellt Rieter die Montage von Maschinen in der Stadt ein. Damit sei ein substanzieller Verlust von Steuererträgen verbunden, sagt Michael Domeisen in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung. „Wir nehmen die Abgänge sehr ernst“, so der Direktor des House of Winterthur

Domeisen macht gerade auch die kantonalen Steuern für die Abgänge verantwortlich. „Für die Wegzüge spielen zum einen die vergleichsweise hohen Gewinnsteuern im Kanton Zürich, aber gerade im Fall von Rieter auch die globale Marktsituation eine Rolle.“ Das House of Winterthur habe auf beides keinen Einfluss.

Domeisen sieht aber auch die Stadt in der Verantwortung. „Es sind in letzter Zeit sicher nicht nur wirtschaftsfreundliche Entscheide gefallen“, sagt er. „Unzufrieden ist die Wirtschaft beispielsweise mit der Verkehrspolitik. Parkplätze sind für die Autopendler und damit für den Wirtschaftsstandort sehr wichtig.“

Das House of Winterthur dagegen habe seine Hausaufgaben gemacht. „Wir stehen pro Jahr mit gegen hundert Unternehmen in Kontakt, die sich für den Standort Winterthur interessieren.“ Trotz zahlreicher personeller Abgänge im House of Winterthur habe der Bereich Wirtschaftsförderung „in Vollbesetzung seine Aufgaben wahrnehmen“ können und habe „im intensiven Austausch mit den Unternehmen in Stadt und Region“ gestanden. 

Domeisen verlässt im Juni das House of Winterthur. stk

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