Deutschland und Europa profitieren von Yuan-Abwertung

07. Oktober 2019 13:48

München - Wenn China seine Währung abwertet, steigt das Realeinkommen in Deutschland und Europa, zeigt eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung. Auch Amerika gewinnt durch einen schwächeren Yuan.

Eine Abwertung der chinesischen Währung während des Zollkrieges würde Deutschland, Europa und dem Rest der Welt mehr Wohlstand bringen. Das teilt das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) mit. Es bezieht sich dabei auf seine neue Studie „Verschenkter Wohlstand? Handelseffekte der chinesischen Yuan-Abwertung“. Sie liegt auch als Vorabdruck eines Aufsatzes in der Zeitschrift ifo Schnelldienst vor. 

Die Effekte der Yuan-Abwertung wären jedoch begrenzt, wird ifo-Forscher Martin Braml in einer Medienmitteilung zitiert. „Zwar würden wir von billigeren chinesischen Produkten profitieren. Gleichzeitig aber würden die Exporterlöse Chinas sinken.“ Diese würden aber benötigt, um ausländische Waren zu kaufen. „Die Yuan-Abwertung macht deutsche und andere Waren für China teuer. Das dämpft die Nachfrage nach deutschen Exportgütern.“ 

Deutschland würde im Falle einer Yuan-Abwertung um 10 Prozent 413 Millionen Euro Realeinkommen gewinnen, der Rest der EU (ohne Deutschland) 1,94 Milliarden Euro. Bei einer Abwertung um 20 Prozent wären es 499 Millionen in Deutschland und 2,82 Milliarden Euro in der übrigen EU. 

Auch für die USA hätte die Yuan-Abwertung einen positiven Effekt: „Die Verluste der USA aus dem Zollkrieg mit China verringern sich durch die Yuan-Abwertung“, sagt Studien-Ko-Autorin Marina Steininger. „Wertet der Yuan um 10 Prozent ab, würde die US-Wirtschaft nur noch 397 Millionen Euro verlieren, bei 20 Prozent könnten die USA den Verlust sogar in einen Wohlstandsgewinn von 476 Euro drehen.“ 

Für China fällt die Bilanz in jedem Fall negativ aus. Bei Zollkrieg und Abwertung verliert das Land 29,27 Milliarden Euro, bei 20 Prozent sogar 33,79 Milliarden Euro. mm

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