Deutsche Ökonomen empfehlen Schweiz als Vorbild

14. Juni 2021 14:09

Köln - Der Vergleich mit der Schweiz zeigt laut dem Institut der deutschen Wirtschaft, dass in Deutschland grosse Arbeitsmarktpotenziale brachliegen. Jetzt plädiert das Institut für eine deutliche Anhebung der Jahresarbeitszeit und eine Erhöhung der Erwerbstätigenquote.

Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erkennt aus dem Vergleich mit der Schweiz, dass in der Bundesrepublik Deutschland noch grosse Arbeitsmarktpotenziale zu heben wären. So liege etwa die Jahresarbeitszeit in der Schweiz je beschäftigter Person um 11 Prozent höher als in Deutschland. Daraus errechnet die Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur des IW ein Potenzial von 7,7 Milliarden Stunden oder 4,7 Millionen Vollzeitäquivalenten. Auch angesichts des bevorstehenden demografischen Wandels sei es naiv anzunehmen, das Land könne aus seinen Schulden einfach herauswachsen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Im Gegenteil müsse der staatliche Entschuldungsprozess beschleunigt werden. Die Simulation mehrerer Szenarien ergebe bei einer Angleichung der Jahresarbeitszeit auf Schweizer Niveau nach zehn Jahren ein um fast 6 Prozent höheres preisbereinigtes Bruttoinlandprodukt. Würde sich zusätzlich noch die Erwerbstätigenquote um 2,5 Prozentpunkte erhöhen, betrüge die Steigerung fast 8 Prozent. Je nach Umfang der tatsächlichen Massnahmen könnte die Schuldenstandquote nach zehn Jahren um bis zu 16 Prozentpunkte unter dem Niveau liegen, das sich ohne diese Massnahmen abzeichne.

„Um die Lasten der Corona-Pandemie zu bewältigen, muss das Wachstumspotenzial des Arbeitsmarkts genutzt werden“, fordert daher IW-Direktor Michael Hüther. „Im Gegensatz zu Steuererhöhungsplänen und anderen Abgabenphantastereien besteht hier die Chance, ökonomische Potenziale zu entfalten anstatt Wachstum auszubremsen.“ mm

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