Davos erhält Forschungszentrum für Klimawandel

12. Juni 2020 12:43

Chur - Der Kanton Graubünden und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft gründen eine neues Forschungszentrum. Darin sollen Klimawandel und Naturgefahren im Alpenraum erforscht werden.

Im Januar 2021 nimmt in Davos ein neues Forschungszentrum seine Arbeit auf. Dort werden bis zu 40 Mitarbeitende gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen zu Klimawandel und Naturgefahren im Gebirgsraum nachgehen. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) beteiligt sich mit zwei Professuren. Träger sind der Kanton Graubünden und die mit ihrem Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) in Davos schon verankerte Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). 

Der Klimawandel beeinflusst Wetterextreme und Naturereignisse im Alpenraum besonders stark. Grund dafür ist laut einer Medienmitteilung, dass die Erwärmung dort doppelt so hoch ausfalle wie im globalen Durchschnitt. Die Folge können Überschwemmungen, Murgänge und Hangrutsche sowie lange Trockenheitsperioden im Sommer sein. Wie der Bergsturz und die anschliessenden Murgänge in Bondo GR im Bergell gezeigt hätten, haben solche Naturereignisse möglicherweise gravierende soziale und wirtschaftliche Folgen.

Hier setzt der Aufbau „eines international ausstrahlenden Forschungszentrum in Davos“ an. „Wir brauchen neues Wissen und innovative Lösungen für einen wirkungsvollen Umgang mit Naturgefahren“, wird Jürg Schweizer, Leiter des SLF, in der Medienmitteilung zitiert. „Nur so können Menschen in Gebirgsräumen leben und nachhaltig wirtschaften.“

Während im Rahmen der einen Professur alpine Massenbewegungen und Permafrost erforscht werden sollen, widmet sich die zweite Professur den Auswirkungen des Klimawandels auf Bergregionen. Weitere Forschungsthemen sind Frühwarnung, Gebirgsökologie und Schutzwald. Darüber hinaus soll auch zu Risikokommunikation und Resilienz geforscht werden.

Die Basisfinanzierung für die ersten zwölf Jahre beträgt jährlich rund 6 Millionen Franken. Diese Kosten teilen sich der Kanton, die WSL und die ETH. Mögliche Wachstumspläne sollen ab 2023 über Drittmittel finanziert werden. mm

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