Daten des PSI helfen bei Standortsuche für Tiefenlager

30. März 2021 14:26

Villigen AG - Die Schweiz will bis 2050 ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle einrichten. Dafür werden drei Standorte in Betracht gezogen. Das Paul Scherrer Institut (PSI) führt verschiedene Messungen und Simulationen durch, um beim Standortentscheid zu helfen.

Die Schweiz plant, bis 2050 ein Tiefenlager für ihre radioaktiven Abfälle zu errichten. Solche Abfälle stammen etwa aus Kernkraftwerken, der Medizin, der Industrie oder der Forschung. Sie müssen fern von Menschen und der Umwelt aufbewahrt werden, bis die Radionuklide in stabile nicht-radioaktive Materialien zerfallen sind. Dafür braucht es Tiefenlager, welche diese Abfälle bis zu 1 Million Jahre sicher verwahren können.

Der Bund evaluiert derzeit drei Standorte für mögliche Tiefenlager – Zürich Nordost, Jura Ost oder Nördlich Lägern. „Wir haben in der Schweiz mit dem Opalinuston geeignetes Wirtsgestein. Technologisch ist ein Tiefenlager also machbar und damit eine extrem sichere Angelegenheit“, erklärt Andreas Pautz, Professor für Kerntechnik und Leiter des Forschungsbereichs Nukleare Energie und Sicherheit am PSI, in einer Medienmitteilung.

Um Standorte zu untersuchen, entnimmt zunächst die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Bohrkernproben. Diese werden von Mineralogen von der Universität Bern auf ihre Zusammensetzung analysiert. Einzelne Proben schicken die Berner Forscher für weitere Messungen an das PSI. Dort wird etwa die Adsorptionsfähigkeit des Gesteins berechnet. Ausserdem wird untersucht, wie schnell sich Radionuklide im Wasser durch das Gestein hindurchbewegen können. Neben Messdaten greifen Forschende des PSI auch auf Computermodelle zurück, welche die Vorgänge im Tiefenlager simulieren. An entsprechen Computermodellen arbeiten sie bereits seit mehr als 20 Jahren.

„Die Ergebnisse aus Experimenten und Simulationen müssen zusammenpassen“, so Luc Van Loon, Leiter der Forschungsgruppe für Diffusionsprozesse am PSI. Bisher sei alles gut verlaufen. Der Forscher hofft nun, dass diese Übereinstimmung in den nächsten Studien weiter bestätigt werden kann. Das wäre eine grosse Unterstützung bei der Standortwahl für Tiefenlager. ssp

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