Credit Suisse erhält Aktionärsantrag zum Klimaschutz

09. März 2022 11:28

Zürich/Genf - Zwölf Investoren der Credit Suisse werden bei deren Generalversammlung einen Aktionärsantrag einreichen. Damit will die Gruppe die Grossbank dazu bewegen, die Transparenz bezüglich ihrer Klimawirkung zu erhöhen und ihre Investitionen in fossile Brennstoffe drastisch zu reduzieren.

Eine Gruppe „sehr beunruhigter“ institutioneller Anleger fordert Credit Suisse auf, ihre Strategie zur Verringerung ihres Engagements bezüglich fossiler Brennstoffe zu erläutern. Sie verlangt die Veröffentlichung zusätzlicher Informationen über Konzepte der Grossbank zur Erreichung der Pariser Klimaziele, zu denen sie sich auch als Gründungsmitglied der Net-Zero Banking Alliance des UN-Umweltprogramms bekannt hat.

Diese zwölf Investoren werden bei der Generalversammlung von Credit Suisse einen entsprechenden Aktionärsantrag einreichen. Die Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung, Ethos, und die Londoner Initiative ShareAction, die sich für nachhaltige Anlagen einsetzt, haben diese Gruppe zusammengebracht. Zu den Antragstellern zählen Actares, Amundi, die Bernische Pensionskasse, die Bernische Lehrerversicherungskasse, die CAP Prévoyance, CIPP, Ethos Services AG, LGPS Central Limited, die Pensionskasse Post, Publica und die Pensionskasse Stadt Zürich. Sie vertreten ein Gesamtvermögen von mehr als 2200 Milliarden Franken.

„Sollte der Antrag den Aktionären an der GV vom 29. April zur Abstimmung unterbreitet werden, wäre dies der erste Aktionärsantrag zum Klimaschutz, über den an der Generalversammlung eines Schweizer Unternehmens abgestimmt würde“, heisst es in einer Medienmitteilung von Ethos.

Darin verweist Ethos-Direktor Vincent Kaufmann darauf, dass Credit Suisse trotz einiger Fortschritte „die Schweizer Bank mit der höchsten Exponierung gegenüber fossilen Brennstoffen“ bleibe. Gemäss des jüngsten „Banking on Climate Chaos – Fossil Fuel Finance Report 2021“ hat Credit Suisse seit der Unterzeichnung des Pariser Klimabkommens die grössten Unternehmen des Sektors mit 82 Milliarden Dollar finanziert. Damit ist sie die viertgrösste Geldgeberin für fossile Brennstoffe in Europa und eine führende europäische Bank bei der Finanzierung von Kohle. mm

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