Corona führt zu Home-Office-Schub

14. Mai 2020 14:14

Zürich - Die aktuelle COVID-19-Krise dürfte langfristig den Trend zu mehr Home-Office beschleunigen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte.

Wegen der Corona-Krise arbeiten doppelt so viele Erwerbstätige in der Schweiz als sonst von zuhause aus. Ihr Anteil stieg von 25 auf 50 Prozent. Wie eine repräsentative Umfrage von Deloitte Schweiz zeigt, dürfte der Home-Office-Anteil auch langfristig kaum auf das Vorkrisen-Niveau zurückfallen.

Insgesamt 34 Prozent der 1500 Befragten gaben an, dass sie auch nach der Corona-Krise regelmässig im Home-Office tätig sein werden. „Die Menschen wollen auch in Zukunft häufiger von zuhause aus arbeiten. Unternehmen kommen nicht umhin, flexiblere Arbeitsmodelle einzuführen und auszubauen“, wird Matthias Thalmann, Partner im Human Capital Consulting bei Deloitte, in einer Medienmitteilung zitiert.

Die gegenwärtige Krise sei ein Experiment in grossem Stil, so Thalmann weiter. „Die beschleunigte Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit hat positive Auswirkungen, weil die Beschäftigten ortsunabhängiger werden und ihr Zeitmanagement selbst in die Hand nehmen können. Zusätzlich wird die Verkehrsinfrastruktur entlastet und das Klima geschont.“

Insgesamt 41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zuhause produktiver arbeiten. Für 31 Prozent besteht kein Unterschied und nur 25 Prozent sind laut eigenen Angaben weniger produktiv. Die gefühlte geringere Produktivität hänge auch mit einer mangelhaften technischen Infrastruktur zusammen, heisst es in der Medienmitteilung.

Der persönliche Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen fehlt 44 Prozent der Befragten. „Wir werden den physischen Kontakt in Zukunft viel bewusster pflegen, Workshops und soziale Anlässe im Team werden weiterhin ein wichtiger Teil der Arbeitskultur bleiben“, glaubt Veronica Melian, Leiterin Human Capital bei Deloitte Schweiz.

Etwa ein Drittel (32 Prozent) betrachtet die Ablenkung durch Kinder und Angehörige als eine der grössten Herausforderungen. Die jetzt von Vielen wahrgenommene Produktivitätssteigerung dürfte sich nach Öffnung von Schulen und Kindergärten weiter verstärken, so Thalmann. mm

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