Die Technologie von Climeworks ermöglicht es, CO2 aus der Umgebungsluft zu filtern. Bild: Climeworks/Norsk e-Fuel

Climeworks soll CO2 für norwegische Anlage liefern

09. Juni 2020 11:39

Zürich - Das europäische Konsortium Norsk e-Fuel will in Norwegen eine kommerzielle Anlage für die Herstellung von synthetischen Treibstoffen bauen. Mit an Bord ist auch das Zürcher Start-up Climeworks, welches das für die Produktion nötige CO2 aus der Luft holen wird.

Das europäische Konsortium Norsk e-Fuel will in Norwegen die erste kommerzielle Anlage für die Herstellung von synthetischen Treibstoffen in Europa bauen. Mit an Bord sind vier Partner. Zu ihnen gehört neben der deutschen Sunfire GmbH, der Paul Wurth SA sowie der Nors Vind-Mutter Valinor auch das Zürcher Jungunternehmen Climeworks.

In der neuen Produktionsanlage sollen synthetische Treibstoffe aus Wasser sowie CO2 aus der Umgebungsluft hergestellt werden, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Zunächst wird dafür CO2 aus der Luft gefiltert, was dank der Technologie von Climeworks möglich ist. Das CO2 wird dann zusammen mit Wasser in ein Synthesegas überführt. Das so entstandene Synthesegas kann zur Kraftstofferzeugung genutzt werden. Bei der Produktion setzen die Partner auf erneuerbaren Strom, der in Norwegen reichlich vorhanden ist.

Die Anlage soll den Angaben zufolge bis 2023 fertiggestellt werden und eine Produktionskapazität von jährlich bis zu 10 Millionen Liter aufweisen. Die Produktion soll später ausgebaut werden. Das Ziel ist es, bis 2026 insgesamt 100 Millionen Liter grünen Treibstoff zu produzieren. Wenn Bereiche wie die Luftfahrt den Treibstoff einsetzen, könnten mit der Anlage bis zu 250'000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden, heisst es.

„Um dies in die richtige Perspektive zu rücken: Nur eine Anlage im industriellen Massstab wird bereits genug Treibstoff für die fünf wichtigsten Inlandsflugrouten in Norwegen (Oslo-Trondheim, Oslo-Bergen, Oslo-Stavanger, Oslo-Tromso und Oslo-Bodo) produzieren“, so Lars Helge Helvig, Gründer von Valinor und Vorsitzender von Norsk Vind. Dies würde den CO2-Ausstoss auf diesen Routen um 50 Prozent reduzieren. ssp

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