Cellvie nimmt 5 Millionen Dollar ein

26. Januar 2021 10:37

Matzingen TG - Das Life Sciences-Unternehmen Cellvie hat eine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Mit den Einnahmen von 5 Millionen Dollar sollen Produkte in den Bereichen Organtransplantation und Verjüngungstherapien weiterentwickelt werden.

Bei Cellvie handelt es sich um eine Ausgliederung aus der Universität Harvard, welche Medikamente aus Zellen entwickelt und dabei das Potenzial von Mitochondrien nutzt. Nun hat das in der St.GallenBodenseeArea ansässige Start-up bei einer Seed-Finanzierungsrunde 5 Millionen Dollar eingenommen. Laut einer Medienmitteilung ist diese Runde von Kizoo Technology Capital angeführt worden.

Cellvie möchte die Einnahmen nutzen, um die Produktentwicklung voranzutreiben. Konkret soll eine klinische Studie im Bereich Organtransplantation vorbereitet werden. Zudem möchte das Unternehmen sein Entwicklungsprogramm im Bereich von Verjüngungstherapien erweitern.

Mitochondrien erzeugen den grössten Teil der Energie einer Zelle. Fehlfunktionen von Mitochondrien können daher zu Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer sowie Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen. „Aber die Behandlung von Mitochondrien hat sich als schwierig erwiesen“, wird Dr. James McCully in der Mitteilung zitiert. Er ist einer der Gründer von Cellvie, Associate Professor am Boston Children’s Hospital und hat den therapeutischen Mitochondrien-Transfer (TMT) erfunden, wie es in der Mitteilung heisst. Aufgrund der schwierigen Behandlung sei er mit seinen Mitarbeitenden dazu übergangen, „gesunde, lebensfähige Mitochondrien in Zellen einzuführen, in denen diese Organellen beeinträchtigt sind. Mit grossem Erfolg. Wir können den schwächelnden Energiestoffwechsel von Zellen nachhaltig reaktivieren“, so McCully.

Dieser Erfolg ist laut der Mitteilung mit einer klinischen Studie am Boston Children’s Hospital belegt worden, bei welcher bei 80 Prozent der nach einem kardiologischen Schock behandelten Kinder eine Erholung des Herzmuskels erreicht wurde. Erwartet wurden lediglich 29 Prozent. „Die Implikationen unserer Ergebnisse sind bahnbrechend. Wir haben vielleicht die Chance, eine neue Behandlungsmethode zu etablieren“, heisst es von Dr. Alexander Schueller, Mitgründer und CEO von Cellvie. jh

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