Bundesrat will mehr erneuerbaren Strom

11. November 2020 15:40

Bern - Der Bundesrat hebt den Zielwert für den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion bis 2035 von 11,4 auf 17 Terawattstunden an. Damit reagiert er auf die Vernehmlassung zur Revision des Energiegesetzes. Neu will er auch den Ausbau der Produktion von Winterstrom fördern.

Der Bundesrat will den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion auch über 2022 und 2030 hinaus fördern, wenn die bisherigen Förderinstrumente auslaufen. Er hat nun die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Revision des Energiegesetzes zur Kenntnis genommen. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation soll nun bis Mitte 2021 den Entwurf eines Bundesgesetzes über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien vorlegen, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung.

Dabei hält der Bundesrat an wichtigen Punkten der Vernehmlassungsvorlage fest. So sollen der Netzzuschlag für die Förderung erneuerbarer Energien auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde beschränkt, Auktionen für die Förderung grosser Photovoltaikanlagen eingeführt und die Investitionsbeiträge bis 2035 verlängert werden. Auch weiterhin verzichtet der Bundesrat auf eine sogenannte gleitende Marktprämie, mit der den Stromerzeugern faktisch ein fester Abnahmepreis unabhängig vom Marktpreis garantiert würde.

Neu will der Bundesrat den Zielwert für den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion anheben. Diese soll 2035 insgesamt 17 Terawattstunden betragen, bisher waren 11,4 Terawattstunden vorgesehen. Bis 2050 soll die Produktion auf 39 Terawattstunden statt auf 24,2 Terawattstunden steigen. Die Stromproduktion aus Wasserkraft soll dagegen mit 37,4 Terawattstunden leicht unter den ursprünglich vorgesehenen 38,6 Terawattstunden liegen.

Zudem dürfte der gesamte Stromverbrauch bis 2050 nur um 5 Prozent sinken statt wie ursprünglich vorgesehen um 18 Prozent sinken. Grund ist die Elektrifizierung von Bereichen wie dem Verkehr, die heute auf fossile Energieträger zurückgreifen.

Ebenfalls neu will der Bundesrat den Ausbau der Produktion von Winterstrom unterstützen. So soll die Speicherwasserkraft bis 2040 um rund 2 Terawattstunden ausgebaut werden. Dazu soll ein neuer Netzzuschlag von 0,2 Rappen pro Kilowattstunde eingeführt werden. Auch andere erneuerbare Energien sollen im Winter einen höheren Beitrag zur Stromversorgung leisten. Entsprechende Projekte sollen Investitionsbeiträge aus dem bestehenden Netzzuschlag erhalten. Ebenfalls aus dem bestehenden Netzzuschlag sollen Auktionen finanziert werden, mit denen der Bund Energiereserven einkauft: Kraftwerkbetreiber erhielten dann ein Entgelt dafür, dass sie Energie zurückhalten. stk

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