Bund erwartet wirtschaftlichen Abschwung

19. März 2020 15:04

Bern - Die Schweizer Wirtschaft dürfte in diesem Jahr aufgrund des Coronavirus schrumpfen. Die Experten des Bundes gehen von einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 1,3 Prozent aus. Ausserdem rechnen sie mit einer höheren Arbeitslosigkeit.

Die beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) angesiedelten Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr schrumpfen wird. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) dürfte um 1,3 Prozent zurückgehen. Sollten auch alle bisher noch geplanten Sportveranstaltungen abgesagt werden, dürfte der Rückgang sogar bei 1,5 Prozent liegen. Im Dezember sind die Experten des Bundes noch von einem Wirtschaftswachstum in der Höhe von 1,7 Prozent ausgegangen.

Einige Schweizer Branchen seien aufgrund des Coronavirus von „massiven Umsatzrückgängen“ betroffen. Zu ihnen gehören etwa der Tourismus und das Transportgewerbe, aber auch einige Bereiche der Industrie. Zahlreiche Unternehmen müssen den Betrieb temporär einschränken oder einstellen. Wegen den unterbrochenen Lieferketten dürften die Exporte zudem erstmals seit 2009 stark zurückgehen.

Weiter wird auch mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit auf 2,8 Prozent gerechnet. Ende 2019 ist das SECO noch von 2,4 Prozent ausgegangen.

„Die Verbreitung des neuen Coronavirus im In- und Ausland legt Teile der Wirtschaft vorübergehend still“, fasst das SECO zusammen. „Vorausgesetzt, dass sich die epidemiologische Lage stabilisiert, sollte sich die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte schrittweise erholen“, heisst es weiter.  Ausgehend vom tieferen BIP im Jahr 2020 dürfte das BIP-Wachstum 2021 etwa bei 3,3 Prozent liegen. Allerdings weist das SECO auch darauf hin, dass die Prognoseunsicherheit zurzeit aussergewöhnlich hoch ist. ssp

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