Bund erhöht Beitrag für Tiefenwärmeprojekt

30. Juni 2020 12:44

Bern/Zürich - Der Bund hat den Erkundungsbeitrag für das Tiefengeothermie-Pilotprojekt der Geo-Energie Suisse AG in Haute-Sorne JU um 26 Millionen Franken aufgestockt. Damit werden zusätzliche Massnahmen zur Minimierung von Erdbebenrisiken unterstützt.

Die Geo-Energie Suisse AG benötigt zusätzliche Mittel für ihr Pilotprojekt für stimulierte Geothermie in Haute-Sorne. Deshalb hat der Bund den Erkundungsbeitrag laut einer Medienmitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) von bisher 64 auf nun 90 Millionen Franken erhöht. Damit will das Schweizer Kompetenzzentrum für Tiefengeothermie Erdbebenrisiken möglichst gering halten. 

Mit dem Pilotprojekt soll die technische Machbarkeit von stimulierten geothermischen Systemen in der Schweiz nachgewiesen werden. Sollte das gelingen, würde das die Anwendung dieser Technologie auch in anderen Teilen der Schweiz ermöglichen.

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) hatte zusätzliche Massnahmen zum Schutz vor Erdbeben empfohlen. Anlass war ein schweres Schadenbeben in Südkorea im November 2017. Mit Magnitude 5.4 war es das bisher zweitstärkste Beben im Land und laut erdbebennews.de das weltweit stärkste, das jemals durch ein Geothermie-Kraftwerk verursacht worden ist. Schweizerische Forscher veröffentlichten dazu 2018 eine Studie

Die kantonale Baubewilligung verlangt im Rahmen des Risikomanagements, dass auch Ereignisse bei anderen Projekten analysiert werden und gegebenenfalls Anpassungen erfolgen. In einem Bericht vom Januar 2019 kam die Geo-Energie Suisse AG zu dem Schluss, „dass ihr grundlegend unterschiedliches Stimulationskonzept und das entsprechende Erdbeben-Risikomanagement aufgrund der Erkenntnisse aus Südkorea nicht angepasst werden müsse“.

Ein im April 2020 publiziertes SED-Gutachten empfahl über den aktuellen Stand der Technik hinausgehende Massnahmen mit „Innovations- und Pilotcharakter“. Die Geo-Energie Suisse AG will diese umsetzen. Dadurch entstehen ihr Mehrkosten von rund 43 Millionen Franken.

Sollte der Kanton Jura die rechtskräftige Baubewilligung widerrufen, stoppt der Bund die Subventionen und verpflichtet die Geo-Energie Suisse AG, das Projekt so schnell wie möglich rückabzuwickeln. mm

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