Bund bremst zivilen Flugbetrieb in Dübendorf

28. November 2019 13:17

Bern - Der Flugplatz Dübendorf wird nicht so bald für den zivilen Flugbetrieb genutzt werden können. Dieser brauche mehr Koordination mit dem Flughafen Zürich und schränke die Eigentumsrechte der Anwohner stärker ein als erwartet, teilt der Bund mit. Er spricht von einer neuen Ausgangslage.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) greift in die Planungen zur Zukunft des Militärflugplatzes Dübendorf ein. Bisher war vorgesehen, dass dieser künftig auch für die zivile Fliegerei genutzt werden solle. Nun seien jedoch „wichtige Fragen aufgetaucht“, die bei der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt worden seien, aber eine neue Ausgangslage schüfen, heisst es in einer UVEK-Mitteilung.

Zum einen sei der Koordinationsbedarf zwischen dem Flugbetrieb in Dübendorf und dem benachbarten Flughafen Zürich grösser als angenommen, weil sich die Schutzbereiche des Luftraums teilweise überlappten. Dabei hätten die Linien- und Charterflüge in Kloten Priorität. „Eine Reduktion der Kapazitäten beim Flughafen Zürich zugunsten von Dübendorf ist deshalb keine Option“, heisst es in der Mitteilung. 

Zum anderen würden die Flugzeuge in Dübendorf so tief über privaten Grundstücken fliegen müssen, dass deren Grundeigentümer formell enteignet und entschädigt werden müssten. Die Flugplatz Dübendorf AG als vorgesehene Betreiberin des Flugbetriebs verfüge aber nicht über eine Konzession, mit der eine solche Enteignung möglich wäre. „Gemäss heutigem Kenntnisstand ist absehbar, dass ein allfälliges Verfahren zur Erteilung einer Betriebskonzession mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde“, so das UVEK.

Der Zürcher Regierungsrat kritisiert, „dass so grundlegende Fragen betreffend die Sicherheit und das Grundeigentum erst so spät, nämlich kurz vor Abschluss des SIL-Prozesses auftauchen und geklärt werden“, wie er in einer Mitteilung schreibt. „Der Regierungsrat erwartet vom Bund, dass er die Klärung der sicherheitstechnischen Aspekte und der Eigentumsfragen federführend in Angriff nimmt. Die Situation muss sorgfältig analysiert werden, bevor das weitere Vorgehen in Rücksprache mit dem Regierungsrat festgelegt wird.“

Die Flugplatz Dübendorf AG reagiert befremdet. Die Anflüge würden nicht tiefer als bisher erfolgen. „Es handelt sich um ein Grundsatzproblem, dass bereits bei der Ausschreibung die Anflugwege für einen zivilen Betrieb auf dem Flugplatz Dübendorf nicht gesichert wurden“, schreibt sie in einer Mitteilung. „Die Ausgangslage ist mithin unverändert.“ Es bleibe zudem genug Zeit, die Konzessionierung vor 2021 anzugehen.

Der Innovationspark, der derzeit auf dem Flugplatz aufgebaut wird, ist von der Diskussion über den Flugbetrieb nicht betroffen. Die Arbeiten würden fortgeführt, schreibt der Regierungsrat. stk

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