Bruttoinlandprodukt soll um 4 Prozent steigen

22. Juni 2021 14:56

Zürich - Die Schweizer Wirtschaft erholt sich besser als erwartet von den Einbrüchen wegen der Corona-Pandemie. Das Bruttoinlandprodukt könnte 2021 laut der Prognose der ETH-Konjunkturforschungsstelle um 4 Prozent steigen.

Der Aufschwung der Schweizer Wirtschaft kommt beim Abklingen der Corona-Pandemie laut Prognose der Konjunkturforschungsstelle (KOF) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) schneller und stärker als prognostiziert. In diesem Jahr könnte das Bruttoinlandprodukt (BIP) laut Medienmitteilung um 4 Prozent steigen und 2022 um 2,8 Prozent. Schon im aktuellen Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung der Schweiz laut der KOF bereits ihr Vorkrisenniveau überschreiten.

Diese Zuwachsrate läge dann rund doppelt so hoch wie das geschätzte Potenzialwachstum der Schweiz, heisst es von der KOF. Damit würde das BIP im Verlauf 2021 fast wieder zu dem vor Eintreten der Corona-​Krise erwarteten Wachstum zurückkehren. Der langfristige Wertschöpfungsverlust würde bei diesem Wachstum gering ausfallen und bliebe auf einige besonders betroffene Branchen beschränkt.

Die Analyse der KOF führt mehrere Gründe für die Entwicklung an. Der starke Rückgang der Fallzahlen in der Pandemie habe sowohl in der Schweiz als auch auf den wichtigen Auslandsmärkten zur Aufhebung von Einschränkungen geführt. Das wiederum liess die private Konsumfreudigkeit steigen und führte etwa im Dienstleistungssektor zu einem kräftigen Wertschöpfungsplus.

Gestiegen ist auch die Nachfrage nach Schweizer Gütern aus dem Ausland. Bestimmte Wirtschaftszweige dürften deshalb laut KOF-Analyse im zweiten und dritten Quartal 2021 kräftig wachsen. Hinzu kommt die wachsende Investitionsbereitschaft der Unternehmen, die oft aufgeschobene Projekte jetzt nachholen. Und auch die fiskalischen Stützungsmassnahmen wichtiger Handelspartner der Schweiz würden umgesetzt.

Die vom KOF erwartete Jahresinflation liegt bei 0,4 Prozent in diesem und 0,5 Prozent im kommenden Jahr. Die Preissteigerung dürfte aber transitorisch sein. Eine Lohn-​Preis-Spirale erwarten die Analysten nicht. Sie gehen von einer merklichen Verbesserung der Arbeitsmarktlage aus, da auch beschäftigungsmässig wichtige Branchen wie das Gastgewerbe vom Aufschwung profitieren. gba 

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