BioVersys erhält Finanzierung für Kampf gegen Tuberkulose

26. Februar 2021 12:33

Basel - Die Basler Pharmafirma BioVersys erhält zusammen mit zwei Partnern 2,7 Millionen Euro. Diese Finanzierung dient zur Lancierung einer Phase 2a-Studie für ein Mittel zur Bekämpfung von Tuberkulose. Basel ist der ideale Standort zur Entwicklung solcher Innovationen.

Das Programm European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP), an dem auch die Schweiz beteiligt ist, ermöglicht klinische Studien für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. Nun hat EDCTP der Basler Firma BioVersys und den zwei Partnern TASK Foundation und GSK 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Damit soll eine klinische Phase 2a-Studie für das Mittel BVL-GSK098 ermöglicht werden, welches BioVersys zur Bekämpfung von Tuberkulose entwickelt hat. Dabei soll BVL-GSK098 gemeinsam mit dem Antibiotikum Ethionamid (Eto) eingesetzt werden und dessen Aktivität erhöhen. Aktuell läuft eine Phase 1-Studie.

BioVersys entwickelt Medikamente auf Basis kleiner Moleküle, welche zur Behandlung von Infektionen genutzt werden, die durch resistente Krankheitserreger entstehen. Damit trägt das Unternehmen zum Kampf gegen das zunehmende Problem von Antibiotikaresistenzen bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt im Kampf gegen multiresistente Tuberkulosestämme Hoffnungen in das Mittel Eto, wie aus der Medienmitteilung hervorgeht.

Auch Basel Area Business & Innovation, die Agentur für Standortpromotion und Innovationsförderung, hat sich den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen auf die Fahnen geschrieben. In einem von ihr produzierten Video weist Professor Christoph Dehio vom Biozentrum der Universität Basel darauf hin, dass die Entwicklung von gegen multiresistente Keime effizienten Wirkstoffe in den vergangenen Jahrzehnten stagniert. Dehio ist auch Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) Anti Resist, welches die Entwicklung neuartiger und gegen multiresistente Keime wirksamer Antibiotika vorantreibt. „Der Forschungsplatz Schweiz, mit Basel als Zentrum, bietet dabei ideale Voraussetzungen für dieses ambitionierte interdisziplinäre Forschungsprojekt, das an der Universität Basel angesiedelt ist“, so Dehio. 

Auch das in Basel ansässige Departement Biosysteme (D-BSSE) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist Teil dieses Projektes. Bei BioVersys handelt es sich um eine Ausgliederung aus dem D-BSSE. Das Start-up ist im Technologiepark Basel zu Hause, in dem insgesamt 230 Forschende tätig sind. „Wir finden hier die nötige Infrastruktur, um Weltklasse-Forschung zu betreiben“, heisst es in dem Video von Marc Gitzinger, Gründer und CEO von BioVersys. „In Zusammenarbeit mit Projekten wie Anti Resist profitieren beide Seiten.“ Es würde allerdings viel Zeit brauchen, bis solche Innovationen in der Praxis ankommen. Firmen wie BioVersys würden dabei als Bindeglied zwischen Universitäten und dem Markt fungieren. Im Hinblick auf die dazu notwendigen Rahmenbedingungen sagt Gitzinger: „Basel bietet einen der weltweiten besten Standorte. Das Netzwerk aus Weltklasse-Hochschulen, Pharma, der Zugang zu Risiko-Kapital sind essenziell und funktionieren gut.“ Sein Unternehmen habe bereits viele Arbeitsplätze geschaffen und wolle auch weiter wachsen, um der Region etwas zurückzugeben. jh

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