Betreiber von Wasserkraft sollen flexibel investieren

13. Juni 2019 13:43

Basel - Die Schweizer Wasserkraft kann auch in Zeiten schwankender Strompreise auf eigenen Füssen stehen, stellen Forscher verschiedener Hochschulen fest. Voraussetzung ist, dass die Betreiber flexibel investieren und die Ansprüche der Interessengruppen ausgleichen. 

Forscher verschiedener Hochschulen haben sich im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 70 zur Energiewende mit der Zukunft der Schweizer Wasserkraft beschäftigt. Ihr Ergebnis: „Die Schweizer Wasserkraft hat nach einer grossen Vergangenheit auch in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld eine Zukunft und kann auf eigenen Füssen stehen, wenn sie sich auf diese vorbereitet, flexibler investiert wird und Ansprüche zwischen den verschiedenen Interessengruppen systematisch ausgeglichen werden“, wie es Hannes Weigt, Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel, in einer Medienmitteilung zusammenfassend formuliert. 

Die Forscher rechnen mit einem zusätzlichen Umsatzpotenzial zwischen 10 und 25 Prozent. Das sei auch genug, wenn der Grosshandelspreis für Strom zwischen 40 und 60 Franken pro Megawattstunde liegt. Falls die Preise längere Zeit darunter liegen, könnten die Kosten dagegen nicht gedeckt werden. Die Forscher empfehlen daher, die Investitionen flexibel anzupassen. Denn anders als die neuen erneuerbaren Energien braucht die Wasserkraft langfristige und grosse Investitionen. Hannes Weigt empfiehlt daher, Investitionen beweglich zu planen, „indem man erste kleinere Investitionen tätigt, dabei aber das grosse Ganze im Blick behält“, erklärt er in einem Interview zum Bericht. 

Die Zeiten planbarer Strommärkte seien jedenfalls vorbei, so Weigt. Falls die EU eine „strenge CO2-Politik“ verfolge, könnten die Strompreise wieder anziehen. Aber: „Diese externen Bedingungen können wir nicht steuern.“

Zu den steuerbaren Bedingungen gehört neben den Investitionen auch der Wasserzins. Weigt weist darauf hin, dass dessen Höhe in Zeiten von Strompreisen unter 40 Franken über Gewinn oder Verlust der Betreiber entscheiden könne. Es brauche daher Anpassungen, um die Wasserkraft konkurrenzfähig zu anderen Energie- und Speicheranbietern zu machen. Dazu brauche es einen partizipativen Prozess aller Beteiligten, so die Forscher.

An dem Projekt haben sich auch Forscher der Fachhochschule Westschweiz Wallis in Siders VS, der HTW Chur, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Universität Genf beteiligt. stk

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